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Katharinen Kloster (Sinai)
Das Katharinen Kloster ist eines der ältesten Klöster der Christenheit und befindet sich im Süden der Sinai-Halbinsel in Ägypten.
In der spätantiken christlichen Pilgertradition war der Gipfel des benachbarten Dschabal Musa jener Ort, an dem Mose von Gott die Zehn Gebote empfangen haben soll. Etwas später ist dann die Verehrung eines Dornbusches am Fuß dieses Berges bezeugt, der als der Brennende Dornbusch, in dem Gott sich Mose offenbarte, betrachtet wird. Das Dornbusch-Heiligtum befindet sich auf dem Klostergelände.
Wegen seiner isolierten Lage gehört das Katharinen Kloster zu den wenigen Klöstern, die seit der Spätantike dauerhaft bewohnt sind und nie zerstört wurden.
Die Hauptkirche des Klosters ist ein sehr gut erhaltener frühbyzantinischer Kirchenbau, der bauzeitliche Schnitzereien und Mosaike aufweist.
Die große Ikonensammlung, zu der Meisterwerke des 6. und 7. Jahrhunderts zählen, ist in ihrer Qualität und Vielfalt einzigartig. Die Handschriften- und Bücherbestände des Sinai Klosters sind nur mit der Vatikanischen Bibliothek vergleichbar.
Das Katharinen Kloster bildet zusammen mit den Beduinensiedlungen der Umgebung die Stadt St. Katharina. Es liegt durchschnittlich 1585 m über dem Meeresspiegel.
Seit 2002 gehört das Kloster mit seiner Umgebung zum UNESCO-Welterbe. Es liegt im Kerngebiet des 1988 ausgewiesenen St.-Katharina-Nationalparks.Erstmals seit 1982, als Ägypten den Süd Sinai wieder in Besitz nahm, ordneten die Behörden im September 2013 die Schließung des Katharinen Klosters aus Sicherheitsgründen an. Vorausgegangen war eine Reihe von Anschlägen gegen christliche Einrichtungen. Für die in der Nachbarschaft wohnenden Beduinen, aber auch für das Kloster selbst, führten die fehlenden Einnahmen aus dem Tourismus zu finanziellen Problemen.
Am 18. April 2017 kam es zu einem Angriff auf einen Kontrollposten vor dem Kloster. Mehrere Bewaffnete eröffneten das Feuer, töteten einen Polizisten und verletzten drei weitere. Als die Beamten das Feuer erwiderten, konnten die Angreifer flüchten. Die Terrormiliz Islamischer Staat bekannte sich zu dem Vorfall.
Die Ikonensammlung des Katharinen Klosters ist einzigartig, sowohl in ihrer Qualität und Vielfalt als auch in ihrem Umfang. Vom 6. Jahrhundert bis zur Moderne ist jede Epoche der Ikonenmalerei vertreten.
Die Klosterbibliothek ist wahrscheinlich die älteste erhaltene christliche Büchersammlung – eine Sammlung, die an Umfang nur durch die der Biblioteca Vaticana übertroffen wird. Viele dieser Bücher haben noch ihren ursprünglichen Einband, im Gegensatz zu westlichen Bibliotheken, wo die Originaleinbände in der Regel ersetzt wurden.
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Coloured Canyon (Sinai)
Eine der absoluten Hauptattraktionen auf der ägyptischen Halbinsel Sinai ist der Besuch des Nationalparks Coloured Canyon, mitten in der lebensfeindlichen Wüste Sinai gelegen.
Trotz seiner Einmaligkeit, was die Farborgien des ausgewaschenen Sandsteinfelsen in dem schmalen Wadi angeht, ist der Coloured Canyon recht wenig besucht und ein Hort der Ruhe abseits des Touristenrummels an der Küste des Roten Meeres.
Das liegt natürlich an der Abgeschiedenheit diese bunten Naturspektakels. Immerhin ist es nur schwer, per Allrad-Fahrzeug oder auf dem Rücken von Kamelen, zu erreichen.
Üblicherweise können die sonnenhungrigen Badegäste aus Sharm el Sheik und den umliegenden Buchten, den Besuch des Coloured Canyons als besonderen Ausflug dort vor Ort buchen und für alles ist gesorgt.
Nur sollte man dabei nicht vergessen, dass es dabei mit dem Fussmarsch durch den etwa 800 Meter lange Wadi nicht erledigt ist, etliche Kraxeleien in den bis zu 40 m hohen Fels erfordert und auch durch die herrschende Hitze nicht so ganz 'ohne' ist.
Der Nationalpark Coloured Canyon oder Regenbogencanyon auf der Halbinsel Sinai liegt ungefähr 90 km nördlich des Badeortes Dahab am Roten Meer. Dabei ist der vegetationslose Coloured Canyon ein ausgetrocknetes Flusstal - Wadi -, dessen Wassermassen sich über Jahrhunderte in die weichen, wahrhaft farbigen Sandsteinfelsen geschnitten haben.
Das Farbenspiel ist besonders intensiv in den frühen Morgen- bzw. Abendstunden, wobei es dann im oft im nur schulterbreiten Wadi auch recht dunkel für gute Fotos sein kann.
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Blue Hole (Ägypten)
Das Blue Hole ist ein Loch im Dach des Küstensaumriffs an der ägyptischen Küste des Roten Meeres und ein beliebter Tauchplatz.
Es liegt 10 km nördlich von Dahab an der Ostküste der Sinai-Halbinsel am Golf von Aqaba. Wegen zahlreicher Unfälle wird das Blue Hole oft als gefährlichster Tauchplatz der Welt bezeichnet.
Es hat einen Durchmesser von 50 bis 65 m und senkrecht in Tiefen von 70 m bis 110 m abfällt. Der Sattel genannte Übergang des Blue Hole zum offenen Roten Meer liegt auf ungefähr 6 m Tiefe. Innerhalb des Blue Holes gibt es heute nur noch überwiegend abgestorbene Korallen und vergleichsweise wenig anderes maritimes Leben. Auch ist das Wasser durch den gezeitenbedingten Abfluss vom Riff Dach meist eingetrübt und nicht selten mit Plastiktüten und ähnlichem Dreck vermüllt. Die durchschnittliche Sichtweite beträgt etwa 15 bis 25 m.
Die touristisch geführten Tauch- und Schnorchel Tripps werden deshalb überwiegend außerhalb des Blue Holes am Außenriff begonnen und über den „Sattel“ zurück ins Blue Hole durchgeführt. Als Einstieg dient zumeist der Tauchplatz Bells, der sich etwa 150 m nordöstlich vom Blue Hole befindet. Der Ausstieg erfolgt üblicherweise im Blue Hole.
Die kleine Bucht zählt zu den bekanntesten touristischen Attraktionen Ägyptens und wird deshalb zu fast jeder Jahreszeit von unzähligen Touristen besucht. Vorgeblich um die Anzahl der Besucher und damit die Schäden durch den Massenansturm zu begrenzen, wurde das Gebiet durch die ägyptischen Behörden 2019 zum Naturreservat erklärt.
Die Zufahrt zum Blue Hole bekam dafür u. a. einen Checkpoint für den Verkauf von Eintrittskarten, einen riesigen Parkplatz für Reisebusse und Autos, sowie zwei stählerne Landungsbrücken für Boote und Ausflugsschiffe für die Weiterreise in den Nationalpark Ras Abu Galum.Das Blue Hole weist unter Wasser eine Verbindung zum offenen Meer auf, die wegen ihrer Form als Kathedrale bezeichnet wird.
Der Durchlass reicht vom Grund des Blue Hole von etwa 102 m Tiefe hinauf auf circa 52 m Tiefe. Am Außenriff erstreckt er sich zwischen ungefähr 120 m Maximal- und 57 m Minimaltiefe. Am oberen Ende (bei rund 55 m Tiefe) ist der Durchlass nur wenige Meter breit. Der Tunnel ist rund 26 m lang.
Auch an der Außenkante bildet das Korallenriff einen nahezu senkrechten Steilabfall, der sich unterhalb des Ausgangs des Blue Hole als steiler Hang bis in über 250 m Tiefe fortsetzt.
Das Durchtauchen des Durchbruchs vom Blue Hole zum Außenriff gilt als gefährlich. Es ist nicht möglich, ohne die im Sporttauchen üblichen Tiefengrenzen der Tauchsportverbände (30 bzw. 40 Meter) zu überschreiten, und sollte im Tieftauchen erfahrenen bzw. technischen Tauchern mit speziellem Atemgasgemisch (Trimix) sowie adäquater Tauchausrüstung vorbehalten sein.
Selbst für erfahrene Taucher stellt das Durchtauchen nicht zuletzt aufgrund unkalkulierbarer Strömungsverhältnisse (u. a. gelegentlich auftretende Abwärtsströmungen) ein erhebliches Risiko dar.
Zwischen 1997, dem Beginn der offiziellen Zählung, und 2011 sind nach Angaben der ägyptischen Behörden insgesamt 130 Taucher im Blue Hole tödlich verunglückt. Schätzungen gehen von circa 300 Todesfällen an diesem Tauchplatz seit Beginn des Tauchtourismus Anfang der 1980er- Jahre aus. Die meisten Toten, fast ausschließlich Männer und erfahrene Taucher, blieben verschollen. Vermutlich ist das Blue Hole der Tauchplatz mit den meisten tödlich verunglückten Tauchern weltweit.
Verunglückte Taucher sinken meist bis auf den abfallenden, sandigen Boden. Die meisten Leichen liegen zwischen 100 und 120 m Tiefe. Bergungen sind entsprechend aufwendig.
An der die Bucht in nördlicher Richtung begrenzenden Felswand sind mehrere Gedenktafeln für hier tödlich verunglückte Taucher angebracht.
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Assuan
Assuan ( Eswan) ist eine ägyptische Stadt am östlichen Ufer des Nils unterhalb des ersten Katarakts (schnell und reißend fließender Flussabschnitt). Sie ist die Hauptstadt des nach ihr benannten Gouvernements Assuan und mit über 281.000 Einwohnern, nach Luxor, Asyut und Fayyum, die viertgrößte Stadt Oberägyptens.
Assuan ist die südlichste Stadt Ägyptens, das Verwaltungsgebiet des Gouvernements reicht bis hinter Abu Simbel an die Grenze des Sudan. Assuan liegt an der Südostseite einer Flussbiegung des Nils, etwa 13 Kilometer nördlich des 5250 km² großen Nassersees.
Der See entstand infolge des Anstauens des Nilwassers durch den nach der Stadt benannten Assuan-Hochdamm. Zwischen dem Hochdamm und dem Stadtgebiet befindet sich sechs Kilometer südwestlich des Stadtzentrums die alte Assuan-Staumauer. Von dieser bis Assuan umfließt der Nil einige Inseln, deren nördlichste, Elephantine und die Kitchener-Insel, heute zur Stadt gehören.
Das Stadtgebiet östlich des Nils erstreckt sich bei einer Ost-West-Ausdehnung von 2,5 Kilometer auf einer Länge von 5 Kilometer entlang des Flusses von Nord nach Süd.
Im Osten schließt sich die Arabische Wüste, westlich des Nils die Libysche Wüste an.
Landwirtschaftlich nutzbare Flächen befinden sich nahe Assuan ausschließlich nördlich der Stadt auf schmalen Streifen beiderseits des Nils.
Die Stadt Assuan verdankt ihre Bedeutung der Lage unterhalb des ersten Katarakts des Nils. Von hier aus war der Fluss in Richtung Unterägypten schiffbar.
Die Katarakte, durch Blöcke und Felsriegel gegliederte Stromschnellen, behinderten die Weiterfahrt nach Süden, so dass Assuan als Anlaufpunkt der Handelskarawanen aus Nubien zu einem wichtigen Umschlag- und Handelsplatz wurde.
Durch den Bau der Staudämme sind die Stromschnellen heute nicht mehr in ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild vorhanden. Mittlerweile wandelte sich Assuan zu einer Stadt der Verwaltung und des Tourismus, auch wenn der Handel noch eine Rolle spielt und der Granit- und Erzabbau, die Chemische Industrie mit überwiegender Verarbeitung von Stickstoffsalzen (Düngemittel) und der Hochdamm Arbeitsplätze bieten.
Das Verwaltungsgebiet des Gouvernements Assuan reicht entlang des Nils 120 Kilometer nach Norden bis hinter Edfu und etwa 270 Kilometer nach Südwesten beiderseits des Nassersees bis zur sudanesischen Grenze. Assuan ist Endpunkt der Bahnlinie von Qina, die über Luxor, Esna, Edfu und Kom Ombo verläuft.
Der Assuan-Hochdamm ist dabei an das Schienennetz mit angeschlossen. Der Hauptbahnhof befindet sich etwa 400 Meter vom Nil entfernt im nördlichen Stadtbereich nahe dem Markt (Souk). Der Flughafen der Stadt, Assuan International, liegt sechs Kilometer westlich des Assuan-Hochdamms in der Libyschen Wüste.
Eine wichtige Verkehrsader für Assuan bleibt jedoch der Nil, auf dem die für den Tourismus wichtigen Flussreiseschiffe von Luxor verkehren und der Frachtverkehr nach Unterägypten abgewickelt wird. Die Anlegestellen der auf dem Nil verkehrenden Kreuzfahrtschiffe liegen innerhalb der Stadt entlang des gesamten östlichen Nilufers. Am östlichen Nilufer, gegenüber der Insel Elephantine, verläuft die Corniche el-Nil, eine Uferpromenade mit Touristenrestaurants und den Anlegestellen für die Kreuzfahrt- und Ausflugsschiffe. Am Südende der Uferstraße steht das 1902 erbaute Old Cataract Hotel, das Agatha Christie als Romanschauplatz diente.
Das Geschäftszentrum und die touristische Fußgängerzone von Assuan befinden sich in den Parallelstraßen östlich der Corniche. Eine wichtige Bedeutung hatte Assuan im Altertum auch als Lieferant von Granit und Rosengranit, plutonischem Gestein, das man in den nahen Steinbrüchen abbaute und nach Norden verschiffte. Obelisken, Statuen und Monolithschreine wurden aus dem Fels geschlagen und bereits vorgefertigt ausgeliefert. Die Reste der Steinbrüche stehen heute als archäologische Stätten unter dem Schutz der Regierung Ägyptens, darunter auch das Freilichtmuseum mit dem unvollendeten Obelisken im südlichen Teil des Stadtgebiets von Assuan.
Regen ist in Assuan sehr selten und kann über Jahrzehnte ausbleiben. Die durchschnittliche Jahresniederschlagsmenge beträgt nur etwa ein Millimeter und fällt hauptsächlich, wie schon im Alten Ägypten, im Mai.
Sehenswürdigkeiten
- Die Insel Agilkia, auf der der 1979 in 44.000 Einzelteile zerlegte und wiederaufgebaute Isis-Tempel der überfluteten Insel Philae steht, liegt südlich im Nil, zwischen dem alten und neuen Assuan-Damm. Nicht weit entfernt, am Westufer des Sees, steht der ebenfalls transferierte Kalabscha-Tempel.
- Auf der bis zu 115 Meter breiten Kitchener-Insel befindet sich der Botanische Garten
- Isis-Tempel
- Assuan-Museum
- Nubisches Museum
- Freilichtmuseum am unvollendeten Obelisken
- Mausoleum des Aga Khan
- Der Hauptmarkt von Assuan, der Souk,
- Im Jahr 1902 ging der alte, von den Engländern erbaute, zwei Kilometer lange Assuan-Staudamm sechs Kilometer südlich der Stadt im Bereich des 1. Katarakts in Betrieb. 13 Kilometer südlich der Stadt wurde 1971 der neue Assuanhochdamm mit 3,6 Kilometer Länge und 111 Meter Höhe eingeweiht; er staut den 400 Kilometer langen Nassersee.
Im Jahr 1964 startete die UNESCO die größte Rettungskampagne in der Geschichte der Archäologie. Sowohl Tempel wie Abu Simbel als auch rund 35 Dörfer wurden versetzt. Fast 150.000 Menschen wurden umgesiedelt, die meisten auf ägyptischer Seite nach Kom Ombo etwa 60 Kilometer nördlich von Assuan, auf sudanesischer Seite nach New Halfa in der Butana-Region.
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Oase Siwa
Die Geschichte der Oase lässt sich bis 1500 v. Chr. zurückverfolgen. Der Haupttempel, der dem Gott Amun geweiht wurde und die Sprüche des Orakels von Siwa waren weit über die Grenzen des Reichs der Pharaonen bekannt.
Seinen Aufstieg als Knotenpunkt für den Karawanenhandel habe Siwa nach der ersten Eroberung des Niltals durch die Assyrer vor knapp 2700 Jahren gemacht. Damals sei das Gebiet um den Nil nicht sicher gewesen. Deshalb florierte der Handel aus Mittelafrika zum Meer über die Oase Siwa.
Die Oase liegt als die westlichste Oasengruppe Ägyptens in der Libyschen Wüste und erstreckt sich zwischen der Qattara-Senke im Norden und dem Ägyptischen Sandmeer im Süden. Sie erstreckt sich über eine Länge von 80 km und eine Breite von 2–20 km und liegt im Durchschnitt 18 m unter dem Meeresspiegel, eine grüne Insel mit glitzernden Seen.
Siwa ist ein winziger Ort im Vergleich zu Kairo. Die Region Siwan hat nur etwa 25.000 Einwohner. Die Mehrheit gehört der Bevölkerungsgruppe der Berber an. Die Oasengruppe ist somit die einzige berberische Sprachinsel Ägyptens. Die Bewohner sind ruhig und entspannt. Ihre Toleranz gegenüber Touristen und auch die historisch bedingte größere Offenheit für Homosexualität als im Rest der arabischen Welt täuscht dabei aber nicht darüber hinweg, dass dieser Ort einer der konservativsten in Ägypten ist. Die Männer dominieren, jedenfalls nach außen hin. Reisende können durchaus ein paar Tage hier verbringen ohne einer einzigen einheimischen Frau zu begegnen.
Außer dem Hauptort Siwa sind noch einige Dörfer (Aghurmi, Abu Schuruf, Chamisa, Bilad ar-Rum und Bahi ad-Din) und Militärstationen in der Oase verstreut. Die großen Gärten und Plantagen bestehen vor allem aus etwa 300.000 Dattelpalmen und rund 70.000 Olivenbäumen. Für den lokalen Verbrauch werden gleichzeitig aber auch Gemüse, Trauben, Feigen, Orangen, Aprikosen und andere Agrarprodukte angebaut.
Die grüne Insel mit den glitzernden Seen im endlosen Sand ist so weit weg von den Metropolen Kairo und Alexandria, dass sich Besucher nicht nur in einer anderen Welt, sondern auch einer anderen Zeit wähnen.
Für die geringe Einwohnerzahl gibt es eine Menge erstaunlicher Dinge zu sehen. Siwa ist ein fremder, exotischer, andersartiger Ort. Er bietet Tempel und Ruinen, herzhaftes Essen und quietschsüße Datteln, die sich direkt vom Baum pflücken lassen. Wanderungen und Touren in die Wüste locken genauso wie Bäder in heißen Quellen, natürlichen Pools oder den Salzseen.
Neben all den faszinierenden Dingen gehört auch ein weiterer Höhepunkt --- die Erkundung der Straßen der Stadt Siwa selbst. Die Straßen sind gesäumt von Bäckereien, Cafés und kleinen Restaurants. Alles, was hier passiert, ist organisiertes Chaos. Und überall sieht man lächelnde Gesichter, die Stadt ist sehr sicher.
Die magischen Sonnenuntergänge in der Wüste gehören zu den schönsten der Welt.
Wenn es Nacht wird und die Milchstraße sich ungewohnt deutlich über dem Städtchen mit seinen etwa 25.000 Einwohnern abzeichnet, herrscht oft eine fast vollkommene Stille.
Die Oase Siwa ist mehr ein Reiseziel für Abenteuerlustige und Rucksacktouristen. Trotzdem kann es in einigen der besten Hotels richtig teuer werden – Zimmer für mehrere Hundert Euro pro Nacht sind möglich. Es gibt aber auch einfache Unterkünfte zu landestypischen Preisen von umgerechnet 10 bis 20 Euro pro Nacht.
Um nach Siwa zu gelangen, fragt man am besten bei einem der besseren Hotels in Kairo nach einem Transfer. Die Anfahrt aus der Hauptstadt kann zehn Stunden dauern. Es gibt kaum Reiseanbieter.
Als Reisemonate sollten Mai bis September wegen der hohen Temperaturen von bis zu 50 Grad vermieden werden.

