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Müllstadt

 

Kairo kämpft mit den Folgen des rasanten Bevölkerungswachstums. Ohne die koptische Minderheit der Zabbaleen würde die Metropole im eigenen Abfall ertrinken.

Die „Müllstadt“ von Kairo heißt offiziell Manschiyyet Nasser (auch bekannt als Garbage City oder das Viertel der Zabbalin). Sie liegt am Fuße des Mokattam-Hügels.

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Dort leben zehntausende Müllsammler, die einen Großteil des Abfalls der ägyptischen Millionenmetropole einsammeln und in einem sehr effizienten System von Hand recyceln. Die händische Müllsortierung hat eine Wiederverwertungsquote von etwa 85 Prozent des Hauptstadtabfalls.

Es ist fast das Einzige, was in Kairo derzeit infrastrukturell funktioniert.

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Die Zabbalin, die Müllmenschen Kairos, halten die 20-Millionenmetropole Ägyptens am Leben. Sie wäre sonst schon längst im Dreck erstickt. Oft nur mit einem Sack auf dem Rücken schleppen sie den Unrat zu ihren Hütten.  Hier, inmitten von Schmutz, Gestank und Millionen von Fliegen, sortiert die ganze Familie die Abfälle und verkauft das Wiederverwertbare. Der Verdienst reicht oft nicht einmal für eine ordentliche Unterkunft, geschweige denn für eine gute Schulausbildung. Den Kindern fehlt damit jede Aussicht auf ein besseres Leben.

Geschichtliches zu den Zabbalin

Mitte / Ende der 40er Jahre zogen vor allem koptische Christen aus Mittelägypten nach Kairo, auf der Suche nach Arbeit. Aber auch in Kairo blieben Sie weiterhin arbeitslos.

Und so fingen Sie an, den Unrat und Müll der Bevölkerung Kairos gegen eine geringe Entlohnung einzusammeln und zu verwerten. So karrten Sie, damals und noch bis vor wenigen Jahren, jede Art von Müll auf kleinen Eselskarren in Ihr Viertel am Mokattam. Noch heute fahren die Männer mit Ihren Söhnen früh morgens in die Stadt. Heutzutage nutzen die Zabbalin alte Laster, die schon selber fast auf den Müll gehören.

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Der Müll, der täglichen von den Männern nach Hause gekarrt wird, wird schließlich von den Frauen und Töchtern mit bloßen Händen verlesen und nach gewissen Wertstoffen aussortiert. Sie können sich vorstellen unter welch katastrophalen hygienischen Bedingungen dies geschieht. Infektionen sind hier an der Tagesordnung. Die naturalen Wertstoffe werden an die von den Kopten gehaltenen Schweinen verfüttert. Der Rest wird soweit wie möglich an Altwarenhändler verkauft.