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Ägypten

 

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Ägypten ist ein Land, das Nordostafrika, mit mehr als 112 Millionen Einwohnern, mit dem Nahen Osten verbindet und bis in die Zeit der Pharaonen zurückreicht. Zu den jahrtausendealten Baudenkmälern im fruchtbaren Niltal zählen die kolossalen Pyramiden und die Große Sphinx von Gizeh sowie die hieroglyphenbedeckten Wände des Karnak-Tempels und die Gräber im Tal der Könige bei Luxor. Die Hauptstadt Kairo beherbergt osmanische Wahrzeichen wie die Muhammad-Ali-Moschee und das Ägyptische Museum, eine Schatzkammer wertvoller Antiquitäten.

Die Megastadt Kairo ist ägyptische Hauptstadt und die größte Metropole Afrikas und Arabiens. Der Ballungsraum „Größeres Kairo“ ist eine der bevölkerungsreichsten Stadtregionen der Erde.

Weitere Millionenstädte des Landes sind Alexandria und Gizeh.

landkarteaegypten 

Sprache

Die offizielle Amtssprache in Ägypten ist das Moderne Hocharabisch (Fusha), das in Schulen, Behörden, Medien und offiziellen Dokumenten verwendet wird. Im täglichen Leben sprechen die Menschen jedoch das Ägyptisch-Arabisch (Masri), den am weitesten verbreiteten arabischen Dialekt.

Englisch ist in Hotels, bei Sehenswürdigkeiten und in der Tourismusbranche weit verbreitet. Teils wird auch Französisch oder Deutsch gesprochen.

Landschaftsform

Ägyptens Landschaft wird zu über 95 Prozent von Wüsten geprägt, die durch das schmale, grüne Band des Niltals, das gefächerte Nildelta im Norden, das gebirgige östliche Wüstenufer am Roten Meer sowie die karge Hochgebirgslandschaft der Sinai-Halbinsel gegliedert ist.

  • Das Niltal Ein schmales, intensiv bewirtschaftetes Flusstal vom Süden (Assuan) bis nach Kairo, das als die historische und landwirtschaftliche Lebensader des Landes dient.
  • Das Nildelta Ein breites, sehr fruchtbares Schwemmland-Dreieck nördlich von Kairo, in dem sich der Nil in mehrere Arme teilt und in das Mittelmeer mündet.
  • Die Libysche (Westliche) Wüste Ein riesiges Sand- und Felswüstengebiet der Sahara mit tiefen Senken (wie der Qattara-Senke) und historischen Oasen wie Siwa oder Bahariya.
  • Die Arabische (Östliche) Wüste Eine trockene Fels- und Schotterwüste zwischen dem Nil und dem Roten Meer, die von einem stark zerklüfteten Küstengebirge durchzogen wird.
  • Die Sinai-Halbinsel Eine gebirgige Landbrücke nach Asien mit kargen Hochgebirgen, deren Spitzen (wie der Dschabal Katarina) über 2.000 Meter Höhe erreichen.

Klima

Ägypten liegt innerhalb des nordafrikanischen Trockengürtels mit sehr wenig Niederschlägen sowie beträchtlichen saisonalen und täglichen Temperaturschwankungen. Nur der nördliche Küstenstreifen und das Nildelta sind mit Winterniederschlägen beeinflusst. Südlich von Kairo dagegen regnet es äußerst selten.

Es sind aber vor allem die Badeorte am Roten Meer, die Ägyptenurlauber ins Land bringen. Es gibt immer wieder Feriengäste, die gerade in den besonders heißen Monaten dorthin reisen und bei 40°C ihren Traumurlaub verbringen. Oder auch Touristen die Sehenswürdigkeiten ganzjährig, mit einer Nilkreuzfahrt, bestaunen. Sei es Luxor, Assuan oder Abu Simbel.

Bevölkerung

Die Bevölkerung Ägyptens besteht zu rund 99 % aus ethnischen Ägyptern, die stark durch die arabische Kultur und Sprache geprägt sind. Innerhalb dieser Mehrheitsgesellschaft sowie durch historische Minderheiten gibt es verschiedene regionale, kulturelle und religiöse Gruppen. 

Die Ägypter siedeln primär im Niltal, im Nildelta, am Suezkanal und an touristisch bedeutsamen Orten am Meer. In den westlichen Oasen Al-Fayyūm, Dachla, Farafra, Siwa und Charga leben nur wenige Menschen. Die Region um den Nil ist eine der am dichtesten bevölkerten Flächen weltweit.
Staatlich anerkannt sind nur Muslime, Christen und Juden.

Ethnische und regionale Gruppen

    • Fellachen Die bäuerliche Landbevölkerung im Niltal und -delta stellt traditionell den größten Teil der Bevölkerung.
    • Sa'idi (Oberägypter) Die Bewohner des südlichen Ägyptens (Oberägypten) haben oft eigene kulturelle und soziale Strukturen.
    • Nubier: Eine indigene Gruppe im Süden Ägyptens am Nil, die durch den Bau des Assuan-Staudamms teilweise umgesiedelt wurde.
    • Beduinen Arabischsprachige Nomaden und Halbnomaden, die vor allem auf der Sinai-Halbinsel und in den Wüstengebieten leben.
    • Bedscha Eine kuschitische Volksgruppe, die im äußersten Südosten des Landes nahe der Grenze zum Sudan lebt.
    • Berber (Imazighen) Kleine Gemeinschaften, die ursprünglich in der westlichen Oase Siwa beheimatet sind.
    • Kleinere Minderheiten Dazu gehören historisch gewachsene Gruppen wie Tscherkessen, Türken, Griechen und Armenier.

    Religiöse Gruppen

      • Sunnitische Muslime Sie machen etwa 90 % der Bevölkerung aus und bilden die große religiöse Mehrheit.
      • Kopten Die koptischen Christen sind mit geschätzt 5 bis 10 % die größte christliche und religiöse Minderheit im Land.

      Meinungsfreiheit

      In Ägypten ist die Meinungs- und Pressefreiheit massiv eingeschränkt. Die autoritäre Regierung unter Präsident Abdel Fattah el-Sisi geht systematisch gegen jegliche Kritik vor. Kritische Journalistinnen, Blogger und politische Aktivisten riskieren Verhaftung, Zensur oder langjährige Haftstrafen.

      • Traditionelle Medien und Rundfunkanstalten stehen unter direkter Kontrolle des Staates oder der Sicherheitsbehörden.
      • Hunderte unabhängige Nachrichten- und Menschenrechtswebseiten (wie
      • Accounts und Blogs mit mehr als 5.000 Followern unterliegen speziellen Überwachungsgesetzen und staatlicher Kontrolle.
      • Vage formulierte Antiterror- und Cyberkriminalitätsgesetze werden genutzt, um Kritik als „Verbreitung von Falschinformationen“ zu kriminalisieren.

      Militär

      Ägypten besitzt zahlreiche eigene Militär- und Marinestützpunkte im ganzen Land und hat im Juli 2026 mit dem „Oktagon“ in der neuen Verwaltungshauptstadt östlich von Kairo ein gigantisches, zentrales militärisches Hauptquartier eingeweiht.

      Die Streitkräfte Ägyptens werden als die stärkste Militärmacht auf dem afrikanischen Kontinent angesehen und rechtfertigen den Status einer Regionalmacht im Nahen Osten. Das Land hat rund 440.000 aktive Soldaten, eine modern ausgestattete Luftwaffe mit über 1.000 Flugzeugen (darunter eine große F-16-Flotte) sowie eine starke Marine. Das Militär unterteilt sich in Heer, Luftstreitkräfte, Marine und Luftverteidigung. Neben den aktiven Soldaten gibt es Hunderttausende Reservisten. Für junge Männer gilt eine dreijährige Wehrpflicht. Im globalen Vergleich rangiert die Streitkräfte Ägyptens regelmäßig unter den 15 stärksten Militärmächten der Welt.

      Ägypten bezieht seine Ausrüstung diversifiziert aus den USA (unter anderem durch langjährige Militärhilfe), Russland, Frankreich und China. Das Militär kontrolliert große Teile der ägyptischen Wirtschaft, von Infrastrukturprojekten bis hin zur Produktion von Konsumgütern.

      Die Streitkräfte greifen traditionell stark in das politische Geschehen des Landes ein; der amtierende Präsident Abdel Fattah al-Sisi entstammt ebenfalls den Reihen des Militärs. 

      Industrie und Landwirtschaft

      Ägypten besteht zum größten Teil aus einer trockenen Wüstenlandschaft. Das fehlende Wasser macht es den Menschen unmöglich, dort etwas anzubauen. Landwirtschaft ist in Ägypten darum nur in und am Nil möglich. Am Nil zwischen Kairo und Assuan gibt es rechts und links des Flusses Felder - so weit wie man hier eben das Land bewässern kann. Etwas besser sieht es im feuchteren Nildelta im Norden des Landes aus, wo sich der Nil ja in mehrere Arme auffächert.

      Früher war Baumwolle das wichtigste Exportprodukt für Ägypten, doch das ist lange her. Heute sind die Bodenschätze wichtiger als die Landwirtschaft.

      Ägypten hat die nach Südafrika stärkste Industrie Afrikas. Die Landwirtschaft spielt dennoch weiterhin eine erhebliche Rolle. Die landwirtschaftliche Nutzfläche (rund 3 % der Staatsfläche) ist auf das Niltal und das Nildelta sowie einige Oasen begrenzt. Die Bauern (Fellachen) bewirtschaften das Land mit teilweise jahrtausendealten Anbau- und Bewässerungsmethoden. Die Bewässerungsmethoden am Nil wurden jedoch ab Ende des 19. Jahrhunderts von Überschwemmungsbassins auf eine ganzjährige Bewässerung durch Kanalisation umgestellt.

      Baumwolle wird vor allem im Norden angebaut, Zuckerrohr im Süden. Zuckerrohr wird in Fabriken entlang des Nils gleich weiterverarbeitet. Die Ägypter bauen auch Bananen, Mais, Reis, Weizen, Hirse, Kartoffeln, Gerste und Zwiebeln an, ebenso Zitrusfrüchte, Datteln, Feigen, Mangos und Melonen. Diese Früchte werden in andere Länder ausgeführt.

      Vom Ackerbau und Viehzucht lebt in Ägypten etwa jeder Dritte. Ägyptische Bauern halten Büffel, Rinder, Ziegen, Esel, Hühner und Schafe, die einerseits Milch und Fleisch liefern, aber auch als Lasttiere zum Einsatz kommen, wenn die technischen Geräte fehlen.

      Gesundheitswesen

      Alle Arbeitnehmer sind sozialversichert. Es gibt eine Kranken-, Alters- und Invalidenversicherung, die jedoch nur geringe Grundabsicherungen übernehmen. Geleistet werden auch Hinterbliebenenrenten, Krankengeld und Arbeitslosenunterstützung. Durch geringe Löhne und die Arbeitslosigkeit müssen rund 20 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze von zwei US-Dollar pro Tag leben.

      Bodenschätze

      Der bedeutendste Bodenschatz ist das Erdöl und Erdgas, das vor allem im Golf von Suez, in der Kattarasenke und auf der Sinai-Halbinsel gefördert wird. Erdöl exportieren die Ägypter an andere Länder und Erdgas nutzen sie zu einem großen Teil selbst. So wird aus Erdgas wieder Energie gewonnen. Die Ägypter benötigen das Geld aus ihren Exporten, sowohl der Bodenschätze wie auch der landwirtschaftlichen Produkte, um vor allem wieder Lebensmittel kaufen zu können, die sie selbst nicht herstellen können.

      Außerdem werden Rohphosphate, Eisen- und Manganerze sowie Salz gewonnen. Meist noch unerschlossen sind die Vorkommen von Asbest, Schwefel, Buntmetallen und Uranerzen.

      So lagert Eisenerz im Gebiet um Assuan und vor allem auch bei einer Oase namens Bahariyya. Manganerze zählen ebenfalls zu den Bodenschätzen Ägyptens und kommen vor allem auf der Halbinsel Sinai vor.

      Zinn und Chrom hat man vor allem entlang der Küste des Roten Meeres entdeckt. Ebenfalls am Roten Meer und im Süden der Sinai-Halbinsel fördern die Ägypter Phosphat und Gips. Auch Uranerz wird in Ägypten abgebaut.

      Tourismus

      Der Tourismus ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Einnahmequellen im Land. Besonders die ägyptischen Altertümer sind ein großer Anziehungsmagnet für ausländische Besucher. Thomas Cook erfand hier 1869 die Pauschalreise, in dem er Briten und Amerikaner durch das Land der Pharaonen lotste. Neben Gizeh, Kairo und Alexandria wird auch Luxor gern besucht, von wo aus unter anderem das Tal der Könige erreicht werden kann. Luxor ist auch der Ausgangspunkt für Nilkreuzfahrten bis nach Assuan. Von dort werden Flüge und Bus-Touren nach Abu Simbel angeboten. Die meisten Reiseveranstalter bieten dann einen Inlandsflug nach Kairo und nach diesem Kairo-Aufenthalt einen Badeurlaub in Hurghada an. Die Touristenhochburg ist Hurghada am Roten Meer. Der moderne Touristenort Scharm asch-Schaich an der Südspitze der Sinai-Halbinsel ist besonders bei Freunden des Tauchsports sehr beliebt, in den letzten Jahren kamen auch immer mehr Unterwasser-Sportler ins nördlich davon gelegene Dahab. Durch den allgemein weiter steigenden Tauch-Tourismus werden auch Orte südlich von Hurghada, entlang der westlichen Küste des Roten Meeres, erschlossen. Hierzu zählen al-Qusair und Marsa Alam sowie kurz vor der sudanesischen Grenze asch-Schalatin. In absehbarer Zeit wird sich die Grenze zum Hala’ib-Dreieck öffnen. 30 km vor der Grenze zu Sudan liegt 20–25 km landeinwärts der Gebel-Elba-Nationalpark, der sich als neuer Touristenmagnet anbietet.

      Der Tourismus wurde und wird durch Terroranschläge beeinflusst. Diese gab es in den 1990er und 2000er Jahren. Bedeutende Ereignisse waren Luxor 1997, Sinai 2004 und 2005 und 2006 in Dahab. Unbekannte Täter zündeten am 23. Juli 2005 an drei Orten in dem von ausländischen Touristen stark frequentierten Badeort Scharm asch-Schaich auf der Sinai-Halbinsel insgesamt 400 Kilo Sprengstoff, dabei wurden 64 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt.

      Probleme

      • Aus Sorge um das mögliche Fernbleiben der Touristen wegen verendender Tiere, Strände voller Plastikmülls gilt im ganzen Land seit Juni 2019 ein Einwegplastikverbot. Die wenigsten aber halten sich an diesem Verbot. Ebenso sind/ waren die Anschläge auf Touristen in den Urlaubsgebieten und den Sehenswürdigkeiten ein sehr großes Problem. Der Touristenstrom kam fast vollständig zum Erliegen. Deshalb sind im ganzen Land die Sicherheitsvorkehrungen so hoch um diesem Problem entgegenzuwirken.
      • Ein großer Teil der Bevölkerung leidet unter stark steigenden Lebenshaltungskosten und Armut.
      • Hohe finanzielle Belastungen durch große Infrastrukturprojekte und internationale Kredite belasten den Staatshaushalt.
      • Der Schiffsverkehr im Suezkanal ist durch Krisen im Roten Meer und Angriffe reduziert, was wichtige Devisen kostet.
      • Das ägyptische Wassersystem hängt fast völlig vom Nil ab. Das äthiopische Staudammprojekt (GERD) birgt das Risiko von Engpässen.
      • Auf kleiner Fläche im Niltal drängen sich Millionen Menschen, was zu Umweltverschmutzung und Wohnungsnot führt.
      • Instabile Nachbarländer wie der Sudan führen zu großen Flüchtlingsbewegungen nach Ägypten.