- Details
Sphinx
In der ägyptischen Kultur ist die Sphinx ein Wächter, der nicht nur Acht geben, sondern auch Feinde abschrecken soll.
Manche Forscher glauben, dass die Figur den Pharao Chephren selbst darstellt. Andere denken, dass es sich bei der Skulptur um den Sonnengott Re handelt. Auf jeden Fall soll der (der oder die) Sphinx die Pyramide bewachen, das ist sicher.
Die Sphinx ragt seit mehr als vier Jahrtausenden aus dem Sand der ägyptischen Wüste, wobei sie die meiste Zeit bis auf den Kopf von Sand bedeckt war, was zu ihrer Erhaltung beitrug.
Die Sphinx wurde aus dem Rest eines Kalksteinhügels gehauen, der als Steinbruch für die Cheops-Pyramide diente. Sie befindet sich dadurch in einer Mulde, die im Laufe der Zeit immer wieder von Flugsand aufgefüllt wurde, wodurch sie jahrhundertelang oft nur mit dem Kopf über den Sand ragte. Farbreste am Ohr lassen darauf schließen, dass die Figur ursprünglich farbig bemalt war, ihr Körper war dabei mit rötlicher Ockerfarbe überzogen.

Neben der Sphinx wurde ein Tempel aus demselben Stein errichtet, der mit dem Taltempel der Chephren-Pyramide fast exakt in einer Linie liegt und über einen ähnlichen Aufbau verfügt.
Die Länge der Sphinx beträgt rund 73,5 Meter, wovon 15 Meter auf die ausgestreckten Vorderbeine entfallen. Das Gesicht der Sphinx ist 4 Meter breit, der Kopf mit Kopftuch 6 Meter. Die Gesamthöhe beträgt 20,2 Meter.
Durch Suchbohrungen in dem Gesteinsuntergrund wurde auch der Vermutung nachgegangen, es gäbe unter der Statue bisher unentdeckte Anlagen. Dabei konnten jedoch keinerlei künstlich erschaffene Hohlräume entdeckt werden.
Übrigens, es heißt wirklich "der Sphinx"! Aber auch die weibliche Form ist nicht falsch und wird ebenso verwendet.
- Details
Abu Simbel
Abu Simbel
Neben Luxor und Gizeh lässt sich im Urlaub noch eine weitere altägyptische Stätte bewundern:
Die imposanten Felsentempel von Abu Simbel am gewaltigen Nassersee gehören zu den bedeutendsten Bauten und Sehenswürdigkeiten aus der Pharaonen-Zeit.
Vor über 3000 Jahren ließ sie König Ramses II. in den Fels schlagen und demonstrierte damit seine Macht über das Volk der Nubier, das in dieser Zeit von Ägypten beherrscht wurde. Der große Tempel, der den Hauptgöttern Ptah von Memphis, Amun-Re von Theben und Re-Harachte von Heliopolis geweiht war, beeindruckt mit seinen vier gewaltigen Kolossalstatuen des Pharaos am Eingang, von denen jede über 20 Meter hoch ist.
Im Inneren des Tempels befinden sich Pfeilerhallen mit prächtigen Reliefs, die unter anderem Feldzüge gegen die Nubier zeigen.
Im Jahr 1813 erfuhr ein Schweizer Reisende durch Einheimische von einem besonders schönen Tempel am Nilufer bei Ebsambal. Bei der Erkundung der Umgebung fand Burckhardt auch den durch eine Sanddüne weitestgehend verdeckten Großen Tempel Ramses’ II. Das Innere des Tempels war durch die angehäuften Sandmassen für ihn nicht zugänglich.

1817 wurde der obere Teil des Eingangs zum Großen Tempel vom Sand befreit und man drang ins Innere vor. Wissenschaftliche Untersuchungen fanden erst 1828 statt.
Erst im Jahre 1909 war die Fassade des Großen Tempels vollständig vom Sand freigelegt.
Die Felsentempel von Abu Simbel, der große Tempel zum Ruhm Ramses’ II. und der kleine Hathor-Tempel zur Erinnerung an Nefertari, dessen Große königliche Gemahlin, stehen seit 1979 auf der Weltkulturliste der UNESCO.
Beide Tempel befinden sich nicht mehr an ihrem ursprünglichen Standort.
Um sie vor dem ansteigenden Wasser des Nasser Sees, des durch den Assuan-Staudamm aufgestauten Stausees des Nil, zu retten, wurden sie in den Jahren 1963 bis 1968 abgetragen und 64 Meter höher auf der Hochebene von Abu Simbel wieder aufgebaut.
Das Sonnenwunder im Allerheiligsten
Als „Sonnenwunder“ von Abu Simbel bezeichnet man ein Ereignis, das zweimal im Jahr stattfindet. Hierbei beleuchten in einem bestimmten Zeitraum die durch den Tempeleingang eindringenden Sonnenstrahlen für etwa 20 Minuten drei der vier in sitzender Haltung dargestellten Götterstatuen des tief im Tempel liegenden Heiligtums: des Amun-Re von Theben, des vergöttlichten Ramses und des Re-Harachte von Heliopolis.
Die Statue des ganz links sitzenden Ptah von Memphis, eines Erdgottes, der mit dem Reich der Toten verbunden war, bleibt mit Ausnahme seiner linken Schulter außerhalb des Sonnenlichts.
- Details
Die Pyramiden von Gizeh und Sphinx
Als unsterbliches Erbe von Ägyptens mächtigen Pharaonen faszinieren die Pyramiden von Gizeh seit mehr als 4500 Jahren. Lange Zeit die höchsten jemals von Menschenhand geschaffenen Bauwerke, beeindrucken sie heute jedes Jahr Millionen von Besuchern und gehören längst zum Welterbe. Nur wenige Kilometer entfernt vom Zentrum der pulsierenden Millionenstadt Kairo liegt ein Ort, der wohl jedem Besucher bei seinem Anblick die Sprache verschlägt. Wie mächtige Monolithen aus einer anderen Zeit ragen dort drei gewaltige Klötze aus dem Wüstensand: Die Pyramiden von Gizeh, das atemberaubende Herzstück der Nekropole von Gizeh, wo einst Ägyptens mächtige Herrscher, die Pharaonen, ihre letzte Ruhe fanden. Als einziges der antiken Sieben Weltwunder sind sie heute noch erhalten.
Pyramiden von Gizeh (Cheops, Chephren, Mykerinos, die Große Sphinx)
Seit jeher ist die Menschen fasziniert von den Pyramiden und Tempelanlagen des Kemet, des alten Ägyptens. Sie zogen Forscher an, ebenso wie Grabräuber, die die versteckten Grabkammern plünderten.
Heute verbringen Reisende ihren Urlaub in Luxor und Gizeh, um sich von der Erhabenheit der Totentempel überwältigen zu lassen. Die Anfänge der ägyptischen Kultur reichen zurück bis weit vor 4000 vor Christi.
Im Laufe der Jahrtausende häuften die Pharaonen mit den Ernteabgaben der Bauern unermessliche Reichtümer an, die den Bau von Pyramiden und Tempeln ermöglichten. Heute staunen wir darüber, wie die frühdynastischen Ägypter fast 150 Meter hohe Pyramiden wie die von Cheops in Gizeh errichten konnten.
Cheops Pyramide
Der allmächtige ägyptische Pharao Cheops gab im Jahre 2600 vor Christus einen Bau in Auftrag, der alles bisher Dagewesene sprichwörtlich in den Schatten stellt. Eine Grabstätte für sich selbst, die ihn auch nach seinem Tod überdauern und an seine Zeit als Herrscher über Ägypten erinnern soll. Cheops kann zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, das er mit der ersten der Pyramiden von Gizeh viel mehr erschafft als nur das. Nämlich ein wahres Weltwunder, einen Ort, den auch noch mehr als 4500 Jahre und unzählige Weltreiche später Menschen von überall bewundern werden. Bis zu 40.000 Arbeiter werden für den mächtigen Bau herangezogen, über einen Zeitraum von schätzungsweise 20 bis sogar 30 Jahren zieht sich die Errichtung hin.
In der Cheops-Pyramide sind laut heutigem Wissenstand mehr als 2,3 Millionen Steinblöcke verbaut. Es wurden hauptsächlich Kalkstein und Granit verwendet. Jeder einzelne dieser Steine hat ein Gewicht von 2,5 Tonnen. Die Deckenbalken und spezielle Granitblöcke für die Königskammer wiegen bis zu 50 Tonnen. Am Ende steht ein weltweit einzigartiges Mausoleum, 146 Meter hoch und wiegt insgesamt fast 6 Millionen Tonnen. Cheops lässt seine Pyramide am Westufer des mächtigen Nil errichten, denn dieser Ort wird im altägyptischen Glauben mit dem Reich der Toten in Verbindung gebracht, da dort die Sonne untergeht. Nach seinem Tod werde der Pharao im Jenseits als Gott weiterleben, so die allgemeine Vermutung. Dies erklärt auch die reichen Beigaben, die man so oft in Pharaonengräbern entdeckte. Denn man glaubte, der Herrscher würde all diese Schätze in der Nachwelt brauchen.
Chephren Pyramide
So verwundert es nicht, dass sich auch Cheops Sohn Chephren ein solches Denkmal setzen lässt. Und obwohl sie drei Meter kleiner ist als die seines Vaters, wirkt sie durch einen Trick optisch größer. Sie wurde ganz einfach an einem höher gelegenen Standort erbaut. Etwa 30 Jahre nach dem Bau des Grabmals für Pharao Cheops steht damit die zweite der drei Pyramiden von Gizeh. Ihr markantes Erkennungsmerkmal ist die heute noch vorhandene Spitze aus Kalkstein, der ursprünglich das gesamte Bauwerk bedeckte.
Mykerinos Pyramide
Chephrens Sohn Mykerinos ist es dann, der sich die letzte der Pyramiden von Gizeh als Grabmal errichtet. Mit 66 Metern Höhe ist sie nur weniger als halb so groß wie die seiner Vorväter. Das liegt vermutlich daran, dass Mykerinos noch vor ihrer Fertigstellung stirbt, weswegen sie quasi unvollendet bleibt. Als sie etwa 2510 vor Christus steht, endet damit eine ungefähr 90 Jahre dauernde Ära. Doch die Pyramiden werden, genau wie es sich die Pharaonen gewünscht haben, zu Monumenten für die Ewigkeit.
Sphinx
Ein noch anderes Monument für die Ewigkeit entsteht ganz in der Nähe der Chefren-Pyramide, nämlich die Sphinx als Bewacherin. Auch die legendäre Sagengestalt mit einem Menschenkopf auf einem Löwenkörper ist bis heute erhalten.
Die Monumentalfigur ist 70 Meter lang und 20 Meter hoch. Der Löwenkörper mit Menschen Kopf wirft bis heute Fragen auf:
- Gehörte sie zum Sonnenkult?
- Wer ließ sie erbauen?
Seit 4500 Jahren ragen die Pyramiden von Gizeh südwestlich der Metropole Kairo aus dem Wüstensand. Mächtig stechen die monströsen Felsgiganten vor dem blauen Himmel hervor, zugleich scheinen sie mit den Erdfarben des Sandes zu verschmelzen.
Doch das war nicht immer so: Zu Zeiten der Pharaonen Cheops, Chephren und Mykerinos, nach denen die Grabmäler aus der 4. Dynastie des Alten Reiches (2700 bis 2200 v. Chr.) benannt sind, strahlten die Pyramiden noch in einem Kleid aus weißem Kalkstein. Er wurde in späteren Dynastien und im Mittelalter fast vollständig abgebaut und findet sich heute an Moscheen und Prachtbauten in Kairo wieder, wo man im Ägyptischen Museum auch die einstigen Grabbeigaben bestaunen kann. Einzig an der Spitze der Chephren-Pyramide ist noch etwas von der alten Verkleidung erhalten.
Die Pyramiden sind das letzte noch erhaltene Weltwunder der Antike und ein Höhepunkt im kulturellen Urlaub.
Die Pyramiden von Gizeh stecken bis heute voller Rätsel
- Wie gelang die fast exakte Nivellierung des Fundaments und Ausrichtung nach den Himmelsrichtungen?
- Welche Art von Rampen wurden verwendet, um die tonnenschweren Felsblöcke auf Holzschlitten in die Höhe zu ziehen?
Bestaunt diese eindrucksvollen Bauwerke und erkundet ihr geheimnisvolles Gangsystem mit eingemeißelten Hieroglyphen, das tief im Inneren der Pyramiden zu den Grabkammern führt.
Die Pyramiden von Gizeh sind täglich für Besucher geöffnet. In der Wintersaison kann man sie von 8 bis 16 Uhr sehen, im Sommer von 8 bis 17 Uhr. Tatsächlich kann man nicht nur die gewaltige Anlage begehen, sondern auch alle drei Grabmäler und zahlreiche kleinere Gebäude betreten. Im Inneren der Pyramiden gibt es neben den Grabstätten auch Tempel und die Gemächer der Pharaonen zu besichtigen, die diese dem Glauben nach im Jenseits bewohnten.
Die Ticketanzahl (Besichtigung) für die Pyramiden von Gizeh ist limitiert, um sie vor äußeren Einflüssen zu schützen. Informiert euch vorher im Hotel.
Wer mehr über die Pyramiden und der Sphinx erfahren möchte schaut ins Internet oder beschafft euch Literatur dazu. Spekulationen und Bücher gibt es zur genüge.
- Details
Neu Kairo
Wie Indonesien baut auch Ägypten eine neue Hauptstadt um die Überbevölkerung in Kairo in den Griff zu bekommen. In der bestehenden Hauptstadt Kairo leben ständig rund 22 Millionen Menschen, was sie zu einer der am dichtesten besiedelten Metropolen der Welt macht. Alleine im Stadtzentrum wohnen mehr Menschen als in der Schweiz. In absehbarer Zeit wird die Bevölkerung auf geschätzten 37 Millionen Einwohner steigen.
Die politischen Entscheidungsträger (u.a.Wohnungsbauminister Mostafa Madbouly ), unter Präsident Abd al-Fattah as-Sisi, sind der Ansicht dass der Bau einer neuen Stadt dazu beitragen könnte die Überlastung Kairos zu verringern.
Sie entsteht seit 2015 knapp 50 Kilometer östlich von Kairo auf einer Gesamtfläche von 725 Quadratkilometern(Flächenmäßig etwa so groß werden wie Singapur) . Die zunächst noch namenlose Stadt (oft als „Neue Hauptstadt Ägyptens“ genannt ) wird auf 10 Millionen Einwohner ausgelegt. Die neue Stadt liegt zwischen Kairo und der Hafenstadt Suez und ist mit der alten Hauptstadt durch ein elektrifiziertes Stadtbahnsystem verbunden welches im Juli 2022 eröffnet wurde.
Kosten und Bauzeit
Die Bauzeit wird mit sieben Jahren angegeben. Die Kosten wurden ursprünglich auf 45 Milliarden US-Dollar beziffert. Neue Schätzungen gehen teilweise von etwa 60 Milliarden Euro und mehr aus.
Offizieller Baubeginn (Phase 1) war April 2016
Phase 1 konzentriert sich auf die Infrastruktur mit Brücken und 210 Kilometern Straße. Außerdem wurde ein Gaskraftwerk errichtet, ausgeführt von der EEHC (Egyptian Electricity Holding Company) und Siemens, das im Juli 2018 übergeben wurde. Die erste Aufbauphase der Stadt sollte in den frühen 2020er-Jahren abgeschlossen sein, während das Parlament bereits 2019 umziehen sollte. Der Umzug der Regierung wurde später auf den Juni 2021 verschoben. Anfang 2023 ist die ägyptische Regierung schließlich in die neue Hauptstadt umgezogen.
Projektiert sind neben Häusern und Wohnungen für ca.10 Millionen Menschen: 40 000 Hotelzimmer, 1200 Moscheen und Kirchen, 2000 Schulen, 600 Kliniken und sechs Universitäten.
Investoren
Finanziert wird das Projekt hauptsächlich aus Krediten, die Kritiker für eher undurchsichtig halten. Eine der größten Sponsoren ist China. Denn: Die geografische Lage der Hauptstadt ist für China nicht unbedeutend. Die Hauptstadt liegt unweit des Suezkanals, einer der wichtigsten Wasserstraßen der Welt, welche das Rote Meer mit dem Mittelmeer verbindet und den Schiffen zwischen Nordatlantik und Indischem Ozean den Weg um Afrika erspart.
Politisches Zentrum
In der neuen Hauptstadt Ägyptens konzentrieren sich
- der Präsidentenpalast
- das Parlament
- Ministerien sowie
- weitere staatliche Einrichtungen und
- ein Botschaftsviertel.
Die Ministerien sind entlang einer Promenade zwischen Zentralbank und Platz des Volkes aufgereiht. Architektonisch werden Anleihen bei den pharaonischen Tempeln gemacht.
Religion
- al-Fattah-al-Alim-Moschee
- Christi-Geburt-Kathedrale
Die 2022 fertiggestellte Große Moschee Masdschid Misr als Teil des Islamischen Kulturzentrums ist die größte Moschee des Landes. Die al-Fattah-al-Alim-Moschee wurde bereits 2019 eingeweiht.
Mit der Christi-Geburt-Kathedrale ("Cathedral of the Nativity of Christ") befindet sich zudem die größte Kirche des Landes in der neuen Hauptstadt.
Sport
Unter dem Namen Sports City wurde von 2017 bis 2019/2020 ein Sportkomplex gebaut, der auf einer Fläche von 31.380 m² unter anderem Fußballplätze, Schwimmbecken, Squash- und Tennisplätze, Sporthallen, die New Capital Sports Hall sowie das Misr-Stadion beherbergt. Die Gesamtkosten lagen bei 2,2 Milliarden Ägyptischen Pfund (etwa 115 Millionen Euro). Erste große Sportveranstaltung in dem Areal war die Handball- Weltmeisterschaft der Männer 2021.
Die neue Hauptstadt hat Interesse gezeigt, sich für die Olympischen Sommerspiele 2036 sowie 2040 zu bewerben. Dies wären die ersten olympischen Spiele auf dem afrikanischen Kontinent.
Infrastruktur
Die Stadt verfügt über eine moderne Infrastruktur und wurde von der Regierung geplant, um gezielt Industrien anzusiedeln. In Neu-Kairo gibt es Dutzende von Fabriken. Die Stadt ist durch ein Netz von Buslinien und Taxis mit anderen Städten verbunden, verfügt jedoch nicht über ein U-Bahn-System. Die Stadt bezieht ihr Trinkwasser aus einer Wasseranlage in der nahegelegenen Stadt Obour.
Der Capital International Airport befindet sich als Flughafen für die Stadt im Bau. Außerdem entsteht die erste Einschienenbahn Afrikas. Mit einer Länge von 100 Kilometern soll die längste Einschienenstreckennetz der Welt entstehen, von dem ein rund 56 Kilometer langer Abschnitt in die neue Hauptstadt Ägyptens führen soll
Wohnen
Anfang 2025 wohnen erst ein paar Tausend Menschen hier. Zehntausende Wohnungen stehen noch leer.
In der Stadt befindet sich die Cairo Festival City, ein 285 Hektar großes Immobilienentwicklungsprojekt. Es hat Parks, Pools, Gärten, Gehwege, Geschäftsräume, ein großes Einkaufszentrum und einen Springbrunnen.
Aufgrund der hohen Immobilienpreise lebt vor allem die ägyptische Mittel- und Oberschicht in Neu-Kairo. Die Nachfrage nach Immobilien in der Stadt ist sehr hoch, da die Stadt über eine für ägyptische Verhältnisse hervorragende und sehr moderne Infrastruktur und Ausstattung verfügt. Kritisiert wird allerdings, dass sich die überwältigende Mehrheit der Ägypter keine Wohnung in Neu-Kairo leisten kann (in dem ein Drittel der Bevölkerung in Armut lebt) und deshalb die geplante Bevölkerungszahl vermutlich auch nicht erreicht werden wird.
In der Stadt haben sich mehrere internationale und nationale Bildungseinrichtungen und Universitäten angesiedelt, darunter sind u. a. die American University, die German University und die New Cairo Academy.
Freizeit
Der Green River Park (auch als Capital Park bekannt) ist ein Stadtpark, der sich entlang der gesamten neuen Hauptstadt erstrecken soll und den Nil im Kleinen abbilden soll. Er soll 35 Kilometer lang sein und damit doppelt so groß wie der Central Park in New York. Die erste Phase des Parks umfasst eine Länge von 10 Kilometern und befindet sich im Bau. Neben Fußgängerpassagen soll er Radwege umfassen. Hinzu kommen ein eigener Kunst- und Kulturbezirk, unter anderem mit einem Opernhaus und einer umfangreichen Bibliothek, sowie ein Freizeitpark und diverse Einkaufszentren.
Militär
Mit dem ab 2016 gebauten Gebäudekomplex Octagon befindet sich das neue Hauptquartier der Streitkräfte Ägyptens in der Stadt. Der Komplex besteht aus zehn großen Hauptgebäuden mit zusätzlichen Einrichtungen und bildet aufgrund seiner Größe de facto einen Stadtteil innerhalb der neuen Hauptstadt.Laut einem Politanalysten der Carnegie-Stiftung für Internationalen Frieden hat der ägyptische Präsident und Militärdiktator Abd al-Fattah as-Sisi die Planstadt fernab von Kairo geplant, um sicherzustellen, dass er im Falle von Unruhen die Kontrolle behält. Tatsächlich sind in der neuen Hauptstadt (mit Stand 2022) etwa 6000 Sicherheitskameras installiert.
Rekorde
Der Wolkenkratzer Iconic Tower (2023 Fertigstellung), gelegen im Central Business District der Neuen Hauptstadt, ist mit einer Gebäudehöhe von 394 Metern das höchste Gebäude Afrikas und löst The Leonardo in Südafrika ab. Insgesamt sind 20 Wolkenkratzer geplant, darunter auch der Oblisco Capitale.
Das Hochhaus soll bei seiner Fertigstellung 2030 eine Höhe von 1000 Metern haben und damit den Burj Khalifa in Dubai, das bisher höchste Gebäude der Welt, übertreffen.In der Stadt steht der höchste Fahnenmast der Welt. Er wurde am 25. Dezember 2021 fertiggestellt und ist mit 201,9 Metern höher als der Flaggenmast von Dschidda in Saudi-Arabien, welcher den bisherigen Rekord mit 171 Metern hielt.
- Details
Kairo
Kairo (die Starke‘ oder ‚die Eroberin‘) ist die Hauptstadt Ägyptens und die größte Stadt der arabischen Welt.
Sie wurde 969 von dem Feldherrn Dschauhar as-Siqillī gegründet. Von Ägyptern wird die Stadt oftmals auch einfach mit dem Landesnamen – DMG Miṣr- bezeichnet.
Kairo ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Ägyptens und der Arabischen Welt.
Die Stadt ist Sitz der ägyptischen Regierung, des Parlaments, aller staatlichen und religiösen Zentralbehörden sowie zahlreicher diplomatischer Vertretungen. Kairo ist der bedeutendste Verkehrsknotenpunkt Ägyptens und besitzt zahlreiche Universitäten, Hochschulen, Theater, Museen sowie Baudenkmäler.
Die Altstadt von Kairo ist ein Ensemble islamischer Baukunst und wird seit 1979 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Die Stadt hat den Status eines Gouvernements und wird von einem Gouverneur regiert, der vom Staatspräsidenten ernannt wird. Kairo hat gut 15 Millionen Einwohner im administrativen Stadtgebiet, und die Metropolregion Kairo ist mit etwa 20,75 Millionen Einwohnern (2022) vor Lagos in Nigeria die größte in Afrika. Das administrative Stadtgebiet ist bezüglich der Einwohnerzahl, nach Kinshasa und Lagos, das drittgrößte Afrikas. In Ägypten existiert allerdings keine Meldepflicht, weswegen die angegebenen Einwohnerzahlen Hochrechnungen auf Basis der Volkszählungsergebnisse darstellen.
Lage
Kairo hat eine Stadtfläche von ca. 606 Quadratkilometern und liegt im Nordosten des Landes auf dem rechten Nilufer durchschnittlich 68 Meter über dem Meeresspiegel. Die Stadt umfasst auch die beiden Inseln Gezira und Roda.
Ihr gegenüber liegt am westlichen Ufer die Regierung- Gīza (el-Gīza), unter anderem mit den historischen Anlagen von Gizeh. Die erste Siedlung wurde ursprünglich zwischen dem Gebirgsausläufer Muqattam im Osten und dem Nil im Westen errichtet. Doch auch wenn diese Kairo schon lange nicht mehr eingrenzen, so bilden die Viertel, die sich zwischen diesen beiden natürlichen Schranken befinden, den alten Stadtkern. Nördlich der Stadt erstreckt sich bis zum Mittelmeer das Nildelta.
Im Westen befinden sich die Pyramiden von Gizeh. Im Süden liegt das alte Memphis.
Geologie
Kairo liegt im Tal des Nils, des weltweit längsten, jedoch nicht wasserreichsten Stromes, als dessen Quellfluss der im Hochland von Ruanda entspringt. Der Nillauf folgt einer tektonischen Linie. Die sich dort befindenden Plateaus brechen hier stufenförmig oder mit einheitlichem Steilhang 100 bis 140 Meter tief ab. Im Tal hat der Fluss eine Reihe von Schotterterrassen gebildet und ein Schwemmland aus schwarzem Schlamm von durchschnittlich zehn Metern abgelagert.Die Gesamtbreite des Tales beträgt im Süden, im Bereich des nubischen Sandsteins, zwei bis fünf Kilometer. Im Bereich von Assuan flussabwärts, zehn bis 15 Kilometer. Stellenweise hat die Erosion des Flusses das widerständige Gestein des kristallinen Unterbaues erreicht. Westlich des heutigen Tales sind Reste eines älteren Niltales erhalten, beispielsweise in der vom Fluss gespeisten Senke des Fayyum.
Unterhalb von Kairo öffnet sich das Tal und geht in die weiten, von Kanälen durchzogenen Flächen des 23.000 Quadratkilometer großen Deltas über.
Stadtgliederung
Die Innenstadt lässt sich grob in einen traditionellen und einen modernen Teil einteilen.
- Das traditionelle Kairo liegt abseits des Nils vor der Zitadelle und dem Berg Muqattam. Es umfasst hauptsächlich das islamische Kairo rund um die Azhar- und andere Moscheen. Des Weiteren sind hier die Wohnviertel nördlich, östlich und südlich des Viertels um die al-Azhar-Moschee zu nennen.
Zum vergrößern anklicken
- Das moderne Kairo besteht aus den Geschäftsvierteln, dem Ramses-Bahnhof und dem Nil eingegrenzt werden. Diese Bereiche sind noch durch kolonialzeitliche Architektur geprägt. Westlich davon befindet sich das Viertel Zamalek auf der Insel Gezīra. Südwestlich liegen Insel Roda und die Garden City wo viele Botschaften untergebracht sind.
Klima
Kairo befindet sich in der subtropischen Klimazone. In der Region herrscht ein warmes und trockenes Wüstenklima. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 21,7 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge 24,7 Millimeter im Mittel. Der wärmste Monat ist der Juli mit durchschnittlich 28 Grad Celsius, der kälteste der Januar mit 13,9 Grad Celsius im Mittel. Etwas Niederschlag fällt nur zwischen November und März mit durchschnittlich 3,8 bis 5,9 Millimeter.Im Sommer, von Mai bis September, wird es sehr heiß, wobei es zu Sandstürmen aus dem Süden des Landes kommen kann. Die Temperaturen erreichen Tageshöchstwerte bis zu 35 Grad Celsius bei einer täglichen Sonnenscheindauer von bis zu 13 Stunden. Nachts fallen die Temperaturen nicht unter 20 Grad Celsius.
In der Zeit von Oktober bis April betragen die Tageshöchstwerte 20 bis 28 Grad Celsius bei einer täglichen Sonnenscheindauer von neun bis elf Stunden. Im Winter, von Dezember bis Februar, fallen die durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen teilweise unter 20 Grad Celsius und die nächtlichen Tiefstwerte unter zehn Grad Celsius.
Einwohnerentwicklung
Die Einwohnerzahl Kairos stieg während der vergangenen Jahrzehnte rapide. Ein Grund hierfür ist neben der hohen Geburtenrate auch die zunehmende Landflucht. Um das ständige Bevölkerungswachstum auffangen zu können, haben sich um Kairo herum im Laufe der Jahre mehrere Satellitenstädte gebildet
Etwa die Hälfte der Bevölkerung der Metropolregion Kairo lebt in Siedlungen, von Landflüchtlingen am Stadtrand illegal errichteten Behausungen mit unzureichender Infrastruktur und hoher Bevölkerungsdichte. Als vermuteter Aufenthaltsort islamischer Fundamentalisten stehen sie im Mittelpunkt ägyptischer Sicherheitspolitik.
Sprachen
In Kairo spricht man wie fast überall im Land Ägyptisch- Arabisch. Das in der Hauptstadt gesprochene Arabisch unterscheidet sich aber zum Teil beträchtlich von den Dialekten Mittel- und Oberägyptens.
Religionen
In Kairo ist die vorherrschende Glaubensrichtung der Islam, die Scharia ist laut der ägyptischen Verfassung die Hauptquelle der Gesetzgebung. Neben der sunnitischen Mehrheit lebt in der Stadt auch eine christliche Minderheit. Eine amtliche Zählung der Christen wird bewusst nicht durchgeführt, obwohl die Religion im Pass eingetragen sein muss.
Museen
Zu den bekanntesten Museen Kairos zählt das Ägyptische Museum am Tahrir-Platz und seinem Nachfolger welches am 01.11.2025 eröffnet. Das Museum wartet mit einer bedeutenden Sammlung ägyptischer Kunstschätze aus allen Epochen der altägyptischen Geschichte und der griechisch-römischen Zeit auf.
Pyramiden von Gizeh
Die Pyramiden von Gizeh nahe Kairo gehören zu den bekanntesten Bauwerken der Menschheit. Nach der Zerstörung aller übrigen sechs Weltwunder der Antike sind sie als letztes erhalten geblieben. Die Pyramiden werden von den Ägyptern El Ahram („die Heiligtümer“) genannt und erheben sich auf einer Hochfläche, einem Ausläufer der westlichen Wüste etwa acht Kilometer südwestlich der Stadt Gizeh (Gîza), einem Kairoer Vorort. Die Pyramiden befinden sich somit rund 15 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.
Große Sphinx von Gizeh
Die Große Sphinx von Gizeh ist die wohl berühmteste und größte Sphinx und ragt schon seit mehr als viereinhalb Jahrtausenden aus dem Sand der ägyptischen Wüste. Sie stellt einen liegenden Löwen mit einem Menschen Kopf dar und wurde in der 4. Dynastie circa 2700–2600 v. Chr. errichtet. Die Figur ist circa 73,5 Meter lang, sechs Meter breit und circa 20 Meter hoch. Allein die Vorderpfoten haben eine Länge von etwa 15 Metern. Farbreste am Ohr lassen darauf schließen, dass die Figur ursprünglich bunt bemalt war.
Die Figur wurde aus dem Rest eines Kalksteinhügels gehauen, der als Steinbruch für die Cheops-Pyramide diente.
Wirtschaft
Kairo wurde durch die verkehrsgünstige Lage an der Drehscheibe zwischen Südeuropa, Vorderasien, Maghreb und Subsahara-Afrika schon früh ein wichtiges Handelszentrum. Bedeutendste Produktionszweige sind die Metallverarbeitung, die Zementindustrie, die Herstellung von Möbeln, Schuhen, Tabakwaren und Textilien sowie das Druckgewerbe. Die Stadt ist als wichtigstes Geschäftszentrum des Nahen Ostens Sitz zahlreicher Konzerne und Wirtschaftsorganisationen. Der größte Wirtschaftsbereich der Stadt ist der öffentliche Sektor, einschließlich der Regierung, der öffentlichen Einrichtungen und des Militärs. Darüber hinaus ist der Fremdenverkehr von herausragender Bedeutung. Kairo ist das touristische Zentrum des Landes und dessen größte Deviseneinnahmequelle. Etwa ein Drittel aller ägyptischen Industriebetriebe sind im Raum von Kairo angesiedelt. Die Stadt ist das bedeutendste Verlagszentrum im Nahen Osten.
Soziale Probleme
Der Einzelhandel, das Handwerk, aber auch die Infrastruktur sind sehr stark davon abhängig. In diesem Bereich, in dem es keine soziale Absicherung gibt und die Arbeitsbedingungen katastrophal sind, arbeiten immer mehr Frauen und auch kriminelle Kinderarbeit hat dort ihre größte Verbreitung. Die Liberalisierung in der Wirtschaft, zu der auch der Abbau von Subventionen gehörte, hat die sozialen Lebensumstände verschlechtert. Die Arbeitslosigkeit ist sehr hoch. Zu den von der Regierung angegebenen rund zehn Prozent Arbeitslosen kommen noch zahlreiche nicht registrierte Erwerbslose hinzu. So gehen Schätzungen von einer Rate über 20 Prozent aus. Ein Drittel der Bevölkerung Kairos lebt unterhalb der Armutsgrenze, die Familien können sich ein Minimum an Nahrung und Obdach nicht leisten.
Umwelt- und Müllprobleme
Probleme bereiten die unzureichende Infrastruktur und die, bedingt durch die Landflucht, außerordentlich große Wohnungsnot. Die Strom- und Wasserversorgung befinden sich in einem desolaten Zustand und es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht baufällige Häuser einstürzen.In der Industrie, die sich in der Metropolregion Kairo konzentriert, bestehen nur ungenügende Entsorgungs- und Reinigungskapazitäten für Abwässer, Abgase und Abfälle. Zu den Infektionserkrankungen wie Cholera, Diarrhöe und Typhus, die durch unzureichende hygienische Bedingungen verbreitet werden, kommen so Atemwegs- und Hauterkrankungen aufgrund der giftigen Emissionen der vielen Industriebetriebe und des Kraftfahrzeugverkehrs. Besondere Probleme ergeben sich aus der oft direkten Nachbarschaft ärmerer Wohngebiete und der Industrie.
Die Luftverschmutzung und die Zersiedlung historisch bedeutender Areale zerstören viele Kulturdenkmäler Kairos. Die Stadtverwaltung Kairos versucht dem entgegenzuwirken. So dürfen keine Industriebetriebe mehr in der Stadt angesiedelt werden und der Bau von Hochhäusern und großen Hotels soll gestoppt werden.
Müll in Kairo
Es gibt keine von Staats wegen unterhaltenen Müllentsorgungsanlagen. So werden täglich durch Freiwillige und private Unternehmen Müllsäcke eingesammelt und mit kleinen Lastautos weit an den Rand Kairos transportiert.
Bildung
Für die Allgemeinbildung in Kairo sorgen rund 1.000 Schulen. Die Schulbildung in Ägypten ist als Grundrecht in der Verfassung verbürgt. Die seit 1923 bestehende sechsjährige allgemeine Schulpflicht ab sechs Jahren wurde wegen Lehrermangels 1991 auf fünf Jahre verkürzt.
Oft haben Kinder keine Zeit für die Schule, denn, obwohl verboten, arbeiten viele Kinder, um zum Lebensunterhalt der Familien, meist in den ärmeren Stadtvierteln und informellen Siedlungen am Stadtrand lebend, beizutragen. Auch die Qualität der Schulbildung lässt zu wünschen übrig. Klassen mit mehr als 70 Schülern sind keine Seltenheit. Die schlecht bezahlten Lehrer sind unmotiviert, da sie von ihrem Gehalt kaum leben können. Zum Hochschulzugang berechtigt die anschließende sechs Jahre dauernde Sekundarstufe.Die al-Azhar-Universität ist die berühmteste islamische Bildungseinrichtung der Stadt sowie eine der ältesten und angesehensten Bildungsinstitutionen der muslimischen Welt. Gleichzeitig besitzt sie eine hohe Autorität in islamischen Rechtsfragen (Scharia) für die sunnitische Glaubensrichtung, der 85 Prozent aller Muslime angehören.



