| Staudamm |
| Geschrieben von: Administrator | |||
| Freitag, den 08. Januar 2010 um 17:31 Uhr | |||
|
Ägypten lässt sich durchaus als Land, das am meisten von einem Fluss, dem Nil, abhängig ist, bezeichnen. Die Bevölkerung im Niltal hat mit zwei jährlich wiederkehrenden Phänomenen zu kämpfen: der Überflutung und der Wasserknappheit. Um Bewässerung in den Trockenphasen trotzdem möglich zu machen, wurden schon im Jahre 300 v. Chr. komplexe Kanal- und Grabensysteme mit Hebewerken verwirklicht.
Die Bevölkerungszahl wuchs stetig an. Ab 1902 war durch den alten Assuan-Staudamm die Dauerbewässerung in Ägypten möglich. Dieser Damm konnte jedoch erst nach dem Abfließen der Hauptflutwelle das Flusswasser stauen und somit nutzbar machen. Solch ein riesiges Projekt stellt einen in gleicher Weise großen Eingriff in die Umwelt dar. Nichtsdestotrotz ist dieser Staudamm ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, dessen Anblick Stausee Der Stausee ist nach Inhalt der drittgrößte der Erde und nach Fläche der siebtgrößte (jeweils ohne Berücksichtigung des Viktoriasees). Da die Flächenangaben von 5248 über 5500 und 5860 bis 6000 km² variieren, könnte er auch der drittgrößte Stausee sein. Siehe hierzu Liste der größten Stauseen der Erde.
Wasserkraftwerk Blick auf die Kraftwerksanlage am Assuan-Hochdamm Das Wasserkraftwerk verfügt über zwölf Francis-Turbinen mit einer Leistungsfähigkeit von je 175 Megawatt, zusammen 2100 Megawatt. Der erzeugte Strom wird bis Kairo geleitet. Probleme Da das aufgestaute Wasser des Nils bedeutende Kulturdenkmäler des alten Ägypten bedrohte, wurden einige mit Hilfe der Unesco in höhere Lagen umgesetzt. Berühmt wurde die Umsetzung der Tempel von Abu Simbel und Philae. Trotzdem versanken viele Kulturgüter in den Fluten. Durch die fehlenden Nährstoffe im Wasser ist der Fischbestand ab Assuan zudem drastisch zurückgegangen, und sogar im Mittelmeer sind die Effekte zu spüren: Besonders im östlichen Mittelmeer sanken die Fischfänge nach dem Bau des Damms um fast die Hälfte, scheinen sich aber langsam wieder zu erholen. Der zurückgehaltene Nilschlamm ist jedoch nicht nur für die Landwirtschaft flussabwärts ein Problem, sondern auch für den Stausee selbst. Durch die zunehmende Verlandung des Sees kann immer weniger Wasser gespeichert werden. Schätzungen zufolge wird der See in etwa 500 Jahren vollständig versanden und damit für die Wasserspeicherung nutzlos sein. Flussabwärts und vor allem im Nildelta stellt auch Erosion ein großes Problem dar. Durch den Mangel an Nilschlamm, der vom Fluss transportiert wird, wird Ackerland weggespült und Uferbefestigungen beschädigt. Auch die Fischbestände im Brackwasser des Nildeltas, wo momentan ein Großteil des ägyptischen Fischs gefangen wird, werden durch das salzige Meerwasser geschädigt. Daneben gibt es eine signifikante Erosion entlang der Küsten des östlichen Mittelmeeres, da der vom Nil ins Meer gespülte Sand fehlt. Durch die Umsiedlung der hauptsächlich nubischen Bauern ist viel von der nubischen Kultur verloren gegangen. Auch von einer steigenden Bilharziose-Gefahr wird berichtet. Diese Krankheit wird von einer im Wasser lebenden Schnecke übertragen, die sich im Nasser-See sowie in den Bewässerungsgräben flussabwärts, die früher zumindest einmal jährlich austrockneten, stark vermehren konnte. Es wird versucht, die Schnecken mit Pestiziden zu bekämpfen.
Die Planung des Staudamm Sieben Kilometer südlich der alten Mauer begannen am 9. Januar 1960 mit sowjetischer Hilfe und den Einnahmen aus dem Suezkanal die Bauarbeiten für den neuen Damm. Die offizielle Eröffnung des heutigen Assuan-Staudamms erfolgte am 15. Januar 1971.[1] Zunächst war der Damm von westlichen Ingenieuren der Firmen Hochtief in Essen und von der Rheinstahl Union Brückenbau AG geplant worden.Nachdem die USA und die Weltbank ihre Zusage, den Dammbau mitzufinanzieren, zurückgezogen hatten, weil die ägyptische Regierung 1956 die Volksrepublik China offiziell anerkannte, betrachteten es die Sowjetunion, die um Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent bemüht war, ebenso wie die ägyptische Regierung unter dem damaligen Staatspräsidenten Gamal Abd el Nasser als Prestigeprojekt. Daher bauten 2.000 sowjetische Ingenieure und 30.000 Arbeiter an dem Projekt, das umgerechnet etwa 2,2 Milliarden Euro kostete. Das Absperrbauwerk besteht aus einer gewaltigen Schotteraufschüttung mit einem Lehmdichtungskern und einem Betonmantel. Der Staudamm ist mehr als 3800 Meter lang und 111 Meter hoch, an der Sohle 980 Meter und an der Krone etwa 40 Meter breit. Etwa 100.000 Menschen, hauptsächlich Nubier, mussten für das Projekt umgesiedelt werden. Die Füllung des Stausees begann schon im Jahr 1964, also noch während der Bauarbeiten und war erst 1976 beendet. 451 Menschen verloren während des Baus ihr Leben. Am westlichen Ende des Damms ragt ein Beton-Denkmal in Form einer Lotusblüte mit einem zentral angeordneten Zahnrad in die Höhe – als Zeichen der ägyptisch-russischen Freundschaft. Eine Aussichtsplattform befindet sich hier in 74 Meter Höhe. Die Daten des Bauwerks Gebaut wurde der Damm zwischen 1960 und 1970 etwa 13 Kilometer südlich der Stadt Assuan. Er ist 114 Meter hoch und hat eine Länge von rund 3,5 Kilometer. An der Sohle hat er einen Durchmesser von 960 Metern, an der Krone sind es immerhin noch ca. 100 Meter. Der vor ihm entstandene Nasser-See (benannt nach dem damaligen ägyptischen Premierminister Gamal Abd el Nasser) reicht bis in den Sudan hinein und hat eine Länge von etwa 510 Kilometern. Seine Oberfläche schwankt je nach eingeflossenen Regenmengen zwischen ca. 5000 und 6000 Quadratkilometern. Die Wassermenge beträgt zwischen 130 und 180 Milliarden Kubikmetern.
Ziele für einen hohen Preis erkauft Zwar erreichte man mit dem Damm die vordringlichen Ziele, die (teilweise verheerenden) Nilüberschwemmungen zu verhindern und die Bewirtschaftung auf das ganze Jahr auszudehnen. Aber dafür musste und muss ein hoher Preis bezahlt werden. Der fruchtbare Nilschlamm, der mit eben diesen Überschwemmungen alljährlich die Felder düngte, bleibt aus. Die Bauern müssen nun ihre Felder mit künstlichem Dünger bearbeiten. Die Böden versalzen durch die ständige Bewässerung. Außerdem breitet sich durch die vergrößerten Bewässerungsanlagen die gefährliche Bilharziose immer stärker aus.
Folgen - Vorteile:
Folgen - Nachteile:
Weitere Folgen:
Sonstiges:
|
|||
| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 13. Januar 2010 um 20:09 Uhr |



