| Abu Simbel |
| Geschrieben von: Administrator | |||
| Samstag, den 09. Januar 2010 um 14:37 Uhr | |||
|
Abu Simbel liegt ein ganzes Stück weiter im Süden, irgendwo im Nichts zwischen dem Nassersee und der Wüste. Es gibt dort ein Flugfeld und eine Straße von Assuan. Abu Simbel ist ein Doppeltempel, den seinerzeit Ramses II. am Ufer des Nils errichten ließ. Das Statement ist klar: Ein so aufwändiger Tempel an einer Stelle, die immer schon am Arm der Welt lag. Seine Erbauer können alles leisten und sind kein empfehlenswerter Gegner. Irgendwann ging die Zeit über den Tempel hinweg und Sand wehte ihn zu. Belzoni grub ihn wieder aus und der Staat Ägypten machte sich später daran, ihn in den Fluten des Nassersees zu versenken. Erst eine internationale Rettungsaktion baute die beiden Tempel ab und kurz über der Wasserlinie wieder auf - einschließlich eines künstlichen Hügels für die Inneneinrichtung der Tempel. Den Kunstwerken selbst ist davon nichts mehr anzusehen - nur den Hügeln und einigen steinernen Inschriften sieht man an, dass sie nicht immer da gestanden haben.
Etwa 280 km südlich von Assuan und rund 40 km nördlich der ägyptisch- sudanesischen Grenze bei Wadi Halfa liegen unweit des heute in den Fluten des Nasser-Stausees versunkenen zweiten Nilkataraktes die Felsentempel von Abu Simbel (auch Abu Simbal, Ebsambul oder Isambul; arabisch أبو سنبل oder أبو سمبل), die zu den großartigsten Baudenkmälern des ägyptischen Altertums zählen.
Er begann am 16. November 1963, als die ägyptische Regierung einen Vertrag mit einem Konsortium von Baufirmen schloss. Mit dabei die Firma Hochtief aus Essen. Eine gewaltige Aufgabe lag vor ihnen. Von 1965 bis 1968 gelang die Umsetzungsaktion der beiden Tempel. Der Wasserspiegel des neuen Nasser-Sees war bereits so hoch angestiegen, saß die Tempel durch einen Kofferdamm gesichert werden mussten. Die gesamte Tempelmasse wurde in viele tausend Blöcke zersägt, nummeriert und transportiert (insges. fast 20 000 Tonnen); am neue Standort, auf dem Gipfel des Ausläufers der lybischen Gebirgskette, der 65 m höher und 180 m landeinwärts liegt, wurde alles wieder zusammengefügt.
7-18 Uhr (Winter 8-17 Uhr), £E 61 (Stud. £E 34,50) Eintritt für die beiden Tempel, einschließlich Gebühr für obligatorischen Guide und £E 3 für örtliche Steuer. - Da die Guides ihre Gruppen angeblich nicht mehr in das Tempelinnere begleiten dürfen, sollten Sie eine passende Lektüre mitnehmen. Zur Übersicht, Aussicht und zum Fotografieren kann man auf die beiden 'Hügel ' über den Tempeln steigen. Die Tempel werden von der Mittagssonne beleuchtet, daher möglichst früh anreisen. Bei genügend Bakschisch lassen sich die Wärter vielleicht bewegen, abends die Tempelfassaden anzustrahlen. Wer etwas mehr über die Rettung der Tempelanlage erfahren möchte sollte diesen Link folgen.
Großer Tempel von Ramses II. Die vier Kolossalstatuen von Ramses II., die sich gegen Osten richten, dominieren die 33 m hohe, 38 m breite und 63 m tief in den Fels gehauene Fassade des südlichen Tempels, und sollen Ramses als Sonnengott Amun darstellen. Hier huldigt sich Ramses selbst, denn die Sonnenscheibe, das Zepter in der Hand des Gottes und die Figur der Göttin Maat bedeuten:
Die besiegten Länder sind je nach ihrer geographischen Lage nördlich oder südlich abgebildet. 22 Paviane erheben sich der verehrten Sonne entgegen und überragen den Sonnengott Re mit Sperberkopf, dem Ramses II. huldigt. Durch das Portal betritt man die große Pfeilerhalle, die hier den Säulenhof freistehender Tempel ersetzt. Sie mißt 16,43 m in der Breite, 17,7 m in der Länge. Zwei Reihen von je vier quadratischen Pfeilern teilen den Raum in drei Schiffe, deren mittleres doppelt so breit ist wie die beiden äußeren. Die Decke der sogenannten 'tiefen Halle' ruht auf 10 m hohen Pfeilern, die Ramses II. in Gestalt des Osiris zeigen; die Decke in der Mitte ist mit Darstellungen des grossen Geiers der Göttin Mechbet, der Schutzherrin Oberägyptens, geschmückt. Zusammen mit dem Sternenhimmel der Seitenhallen ein äußerst stimmungsvoller Raum. Der Pronaos (der erste grosse Saal) wartet mit 8 gigantischen Statuen auf. Jeweils 4 über 10m hohe Ramses-Statuen in Osirisgestalt geleiten den Besucher ins Tempelinnere; die linken Kolosse tragen die Weisse Krone Oberägyptens, die rechten die doppelte Krone Ägyptens. Die Arme sind verschränkt und mit Zepter und Geissel ausgestattet. Die Wandreliefs zeigen die militärischen Erfolge des Königs, insbesondere die, in der er einen großen Sieg über die Hethiter davontragen konnte. In den Tempelhallen von Abu Simbel lässt sich Ramses insgesamt acht mal in vollem Herrscherornat verewigen. Der Pharao als Garant für eine jährliche Nilüberschwemmung und damit für den Wohlstand des Volkes. Vom Pronaos aus passiert man einen kleineren Raum mit 4 Pfeilern, auf denen Ramses vor verschiedenen Göttern abgebildet ist; an den Wänden verschiedene Szenen wie etwa der Transport des heiligen Bootes. Die sechs Nebenräume, die seitlich des 2. Raumes sind, dienten als Depots für Kultgegenstände.
Im Innersten des Tempels gelangt man schliesslich zum Allerheiligsten. Hier sitzen die Statuen der Götter Ptah, Amun und des Horus von Mehu sowie vom vergöttlichten Ramses. Der Tempel ist so konstruiert, dass am 20. Oktober und am 20. Februar die Sonne durch den Tempeleingang direkt auf die Statuen scheint (nach dem "Umbau" allerdings jetzt am 21. Oktober und 21. Februar). Nur Ptah, der Gott der Dunkelheit bleibt immer im Dunkeln. Dieses Schauspiel nennt man das "Sonnenwunder von Abu Simbel".
Kleine Tempel von Nefertari Nefertari ist die bedeutendste von Ramses sieben Hauptfrauen. Auf einer Tempelwand verewigt er sie mit den Worten: Nefertari, "um deretwillen die Sonne scheint" oder Nefertari, "die reich an Freuden ist". - Nefertari ist die Mutter von Ramses' Erstgeborenem, Kronprinz Amenhirchopschef, sowie von mindestens drei weiteren Söhnen und zwei Töchtern. Aber Ramses hat noch weit mehr Ehefrauen: Neben Nefertari wird vor allem Istnofret eine gewisse Bedeutung nachgesagt. Ramses wählt nach königlichem Brauch mehrere Ehefrauen aus der allernächsten Verwandtschaft. Dazu gehörten unter anderem seine jüngere Schwester Henutmire sowie drei seiner Töchter: Meritamun, Bint-Anath sowie Nebettaui.
Nach dem Tod seiner geliebten Nefertari macht Ramses die älteste Tochter Meritamun zur First Lady. Sie trägt von da an den Titel der "Großen Königlichen Gemahlin".
Neben der Königin die Prinzessinen Merit-Amun (rechts) und Hent-taui (links); neben den äußeren Statuen des Königs die Prinzen Meri-Atum (rechts) und Meri-Re (links), neben den inneren Amun-her-kopschef (rechts) und Re-her-unemef (links). Wie die Osiris-Pfeiler des Ramses-Tempels tragen sechs Pfeiler in der Gestalt der Hathor die Decke des Inneren. Die Wandreliefs zeigen den König in Gegenwart seiner Gattin bei der Tötung feindlicher Gefangener, während Nefertari den Göttinnen Mut und Hathor Opfergaben darbietet (an der Rückwand). Im Kultraum schützt die Göttin Hathor in Kuhgestalt die Brust
|
|||
| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 20. April 2011 um 23:05 Uhr |








