| Bildung |
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| Samstag, den 09. Januar 2010 um 12:33 Uhr | |||||||
Seite 1 von 2 Um auch der breiten Bevölkerungsschicht eine Bildung zu ermöglichen, hatte sich unter Nasser der Staat verpflichtet alle Hochschulabsolventen die anderweitig keine Anstellung finden, nach zwei Jahren Wartezeit in den Staatsdienst zu übernehmen. Die Folgen waren: Die Bürokratie blähte sich derart auf, dass viele Stellen mehrfach besetzt wurden und in den Büros gab es mehr Staatsdiener als Tische und Stühle vorhanden waren. Das Engagement der Staatsdiener wurde durch das "fürstliche" Gehalt auch nicht gerade gefördert. Bei dieser im Grundgedanken löblichen Absicht, ging der Schuss voll nach hinten los.
Die Azhar-Universität in Kairo ist eine der ältesten Hochschulen der Welt.
Wohlstand Das Land hat die wirtschaftlich kritische Lage zu Beginn der neunziger Jahre überwunden. Die zeitweise Instabilität auf dem Ölmarkt und vorübergehende Einbrüche im Tourismusgeschäft haben jedoch einen nachhaltigen Aufschwung bislang verhindert. Der Tourismus ist mit Einnahmen von etwa vier Milliarden US-Dollar der stärkste Devisenbringer. Staat und Privatwirtschaft investieren deshalb kräftig in die Fremdenverkehrsindustrie und in die Infrastruktur. Bereits über 15 Prozent der Beschäftigten sind in der Tourismusbranche tätig, Tendenz steigend. Das mit massiver Hilfe des Internationalen Währungsfonds umgesetzte Reformprogramm scheint in Gang zu kommen. Die fortschreitende Privatisierung der Staatsbetriebe und die Schaffung neuer Industriezweige bringen dringend benötigte Arbeitsplätze. Neue Absatzmärkte in Nahost und Afrika werden erschlossen. Internationale Automobilfirmen, darunter BMW, Daimler Chrysler und Ford, lassen in Ägypten Fahrzeuge von ihren Bändern laufen. Ägypten ist ein Land das weiterhin stark von einer bäuerlichen Gesellschaft geprägt wirdl, obwohl nur drei Prozent des Landes landwirtschaftlich genutzt werden können. Der Rest ist Wüste. Kultiviert werden das Niltal, das Nildelta und einige Oasen, die hoch anstehendes Grundwasser für die Bewirtschaftung des Landes nutzen. Der Grundbesitz wurde durch das Landreformgesetz von 1952 grundlegend umstrukturiert, der individuelle Bodenbesitz wurde auf eine Fläche von etwa 80 Hektar begrenzt. Diese Fläche wurde 1961 auf etwa 40 Hektar verringert und 1969 noch einmal auf etwa 20 Hektar halbiert. Die vom Staat beschlagnahmten Ländereien wurden zwar an die Fellachen (Kleinbauern) verteilt, doch das wirtschaftliche Gefälle zwischen mittelständischen Bauern und Fellachen besteht unverändert fort. Auf Betreiben der Regierung wurde durch Urbarmachung, Bewässerung (insbesondere seit Abschluss der Bauarbeiten am Assuan-Hochdamm) und den Einsatz moderner Technik (Kunstdünger und landwirtschaftliche Geräte) die Gesamtfläche des landwirtschaftlich nutzbaren Landes vergrößert. Im Januar 2003 wurde am Nassersee ein Pumpwerk in Betrieb genommen, mit dessen Hilfe Wasser des Sees über Kanäle in einige Oasen der Libyschen Wüste geleitet werden soll. Der verstärkte Einsatz von Kunstdünger ist seit dem Ausbleiben der Ablagerung von nährstoffreichem Schlamm nötig.
Religion Ägypten ist der Verfassung nach ein islamischer Staat und der Islam ist Staatsreligion,die Scharia ist die Hauptquelle der Gesetzgebung. Neben der sunnitischen Mehrheit findet man jedoch in Kairo und Alexandria, aber auch auch in Mittel- und Oberägypten, christliche, vor allem Kopten, die nicht selten in überwiegend christlichen Dörfern leben. Eine amtliche Zählung der Christen wird bewusst nicht durchgeführt, obwohl die Religion im Pass eingetragen sein muss. 90 % der Ägypter sind Muslime (meist Sunniten) , 10 % sind koptische Christen, der Rest verteilt sich auf Griechisch-Katholische, Protestanten und Juden. Besonders in Oberägypten sind die Kopten Ziel des Terrors radikaler Muslime geworden, häufig mit Wissen und Billigung der lokalen Behörden. Muslime, die zum Christentum übertreten, müssen mit staatlichen Zwangsmaßnahmen rechnen. Neue Kirchen dürfen nicht gebaut werden, auch kleinere Reparaturen bedürfen eines Präsidialerlasses. Ägypten ist der Verfassung nach ein islamischer Staat, und der Islam ist Staatsreligion. Theoretisch gewährt zwar Artikel 18 der ägyptischen Verfassung allen Bürgern Religionsfreiheit. Sie wird in der Praxis aber drastisch eingeschränkt. So muss auf staatlichen Ausweisen die Religionszugehörigkeit angeführt werden, dabei darf jedoch nur zwischen den drei offiziell anerkannten Religionen Islam, Christentum und Judentum gewählt werden. Angehörige anderer Religionen müssen ihren Glauben entweder verleugnen, oder sie erhalten keine Ausweise und verzichten dadurch weitgehend auf ihre Bürgerrechte. Das gleiche trifft auf Moslems zu, die zu einer anderen Religion, wie dem Christentum, konvertieren; für solche Personen wird von zahlreichen Politikern und Religionsgelehrten sogar die Todesstrafe gefordert.
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| Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 28. Januar 2011 um 22:05 Uhr |

