| Erbe des Pharao |
| Geschrieben von: Administrator | |||
| Samstag, den 09. Januar 2010 um 12:22 Uhr | |||
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Ein Diktator regiert Ägypten
Seit 28 Jahren regiert Mubarak sein Land. Doch gegen seine autokratische Herrschaft regt sich zunehmend Widerstand. Auch fragen sich viele Ägypter, wie die Zukunft der Nilrepublik nach Mubaraks Tod aussehen könnte. Vom Fliegerpilot zum Staatspräsidenten Mubarak brachte all das mit, was man braucht, um Pilot zu werden: eine gute Ausbildung, Intelligent, Ehrgeiz, Disziplin und eine hervorragende Kondition. Für Hosni Mubarak öffnete die Pilotenkarriere die Tür zu einem neuen Leben, zu einem Teil der Gesellschaft, die ihm bis dahin verschlossen war. "Es ermöglichte ihm, in die 'High Society' einzuheiraten. Sehr schnell stieg Mubarak auf. Seine Disziplin und Entschlossenheit, Karriere zu machen, zahlten sich bald aus. Nach seiner Militärlaufbahn als Kampfflieger und Pilotenausbilder ernannte der ehemalige Staatschef Gamal Abdel Nasser Hosni Mubarak 1969 zum Stabschef und später zum Oberbefehlshaber der Luftwaffe. Im Oktoberkrieg 1973 kämpfte Mubarak als Generalleutnant, und im April 1975 ernannte ihn Anwar al-Sadat zum Vizepräsidenten. Als Sadat bei einer Militärparade von Islamisten erschossen wurde, stand Hosni Mubarak neben ihm. Er blieb unverletzt und wurde am 14. Oktober 1981 Staats- und Ministerpräsident Ägyptens. Seitdem regiert er Ägypten im Ausnahmezustand, den er bisher stets erneut bestätigt und verlängert hat. Im Januar 1982 gab er das Amt des Ministerpräsidenten ab. Heute ist das Land gezeichnet von einer immer schneller wachsenden Bevölkerung, der die Ressourcen auszugehen drohen, von einer schwachen Wirtschaft, von Arbeitslosigkeit und einem immer größer werdendem Gefälle zwischen Arm und Reich. Wirtschaftlicher Absturz 1973 stand Ägypten wirtschaftlich mit Südkorea auf einer Stufe. Heute steht Südkorea an zehnter, Ägypten an 122. Stelle." Ägypten ist unter Mubarak auf das Niveau eines Staates wie Burkina Faso gerutscht. Ein Grund für diesen Verfall ist das Ein-Parteien-System. Im festen Griff des Sicherheitsapparats Mubarak braucht diesen Sicherheitsapparat, um seine Macht zu sichern und den Unmut in der Bevölkerung zu unterdrücken. 80 Prozent der Ägypter leben von weniger als zwei Dollar am Tag und der große Traum aller ist, das Land zu verlassen. Menschen immer lauter, sie werden politisch aktiv, die Demonstrationen nehmen zu. Viele Gegner bezweifeln gar, dass Mubarak je abtreten wird, trotz seines hohen Alters. Doch warum hat er zum Beispiel bis heute keinen Vizepräsidenten ernannt, der im Notfall das Amt des Staatschefs übernehmen kann? Pulverfass Ägypten Die Opposition zum Mubarak-Regime ist in den vergangenen zwei Jahren immer lauter und stärker geworden. Das Regime kämpft mittlerweile nicht mehr nur gegen die aufmüpfige Muslimbruderschaft, die mit 88 Kandidaten im Parlament vertreten ist, oder gegen Journalisten wie Abdelhalim Qandil, die in ihren Oppositionszeitungen Stimmung gegen Mubarak und sein Gefolge machen. Sie müssen sich auch vermehrt mit Demonstranten und vor allem jungen Kritikern auseinandersetzen, die sich die neuen Medien geschickt zu Nutze machen. Angeführt von zahlreichen Bloggern, die auf ihren Webseiten das Regime attackieren, sind auch "Facebook" und "Youtube" zu Plattformen für den Widerstand geworden. Dort wird etwa zum Generalstreik aufgerufen oder ein Video veröffentlicht, in dem Mubarak mit einem Esel verglichen und abwechselnd als Monarch, Pharao oder auch als Hitler dargestellt wird. Die Weltbank schätzt, dass derzeit etwa 20 Prozent der ägyptischen Bevölkerung bitterarm sind und täglich umgerechnet höchstens einen Dollar zum Leben haben.
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| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 03. September 2011 um 19:41 Uhr |

