| Bevölkerung |
| Geschrieben von: Administrator | |||
| Freitag, den 08. Januar 2010 um 17:33 Uhr | |||
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Normalerweise sollte man glauben, dass ca. 79 mio. Ägypter genug Platz haben in einem Land was fast 3 mal so groß ist wie Deutschland. Da aber 90 % des Landes aus Wüste bestehen drängen sich die Bewohner auf eine Fläche, die ungefähr so groß ist wie Baden Württemberg. Etwa die Hälfte aller Ägypter leben in Ballungszentren. In Kairo leben ca. 25 Mio. Einwohner. Grund dafür ist die anhaltende Landflucht und das fehlende Bauland. Durch eine Bevölkerungsdichte von 1600 Einw. je km² in den Ballungszentren fehlt es Arbeit. Die Elendsviertel breiten sich direkt in der Stadt aus und nicht wie in anderen Entwicklunngsländern nur in den Randgebieten. Auf Grund dieser Situation gehen vieler Ägypter ins benachbarte Ausland und suchen sich dort Arbeit. Verständlicherweiser! Aber nicht nur Arbeiter sondern auch Ärtze und Ingenieure gehen ins Ausland um dort zu leben und zu arbeiten! Der Gegensatz in der Sozialstrucktur ist sehr groß. Die große Masse lebt in erbärmlichen Zuständen, es gibt eine kleine Mittelschicht und ganz wenige die zur reichen Oberschicht gehören. Ca. ein Drittel der Männer (über 15 J.)und zwei Drittel der Frauen (über 15 J.) in Ägypten können weder schreiben noch lesen.
Die Ägypter selbst sind Nachkommen einer ländlichen Bevölkerung die sich selbst als Fellachen bezeichnen. Sie sehen sich als gradlinige Nachfolger der Pharaonen. Sie gelter als strenge Bewahrer der Traditionen (Familienzusammenhalt und Anbaumethoden in der Landwirtschaft). Sie selbst leben in großen Dörfern mit Lehmhäusern. Die Beduinen Abkömmlinge der arabisch-stämmigen Normaden bilden mit einigen zehntausend Ägyptern eine Minderheit. Die Beduinen, meist von einem Scheich angeführten große Familien, sind ein stolzes Volk. Die meisten leben auf dem Sinai wo sie weiterhin Ihre alten Traditionen folgen - Sie ziehen von Wasserstelle zu Wasserstelle leben in Ihren Wollzelten.
Im Grenzgebiet zum Sudan findet man das hamitische Volk der Nubier. Über Jahrtausende hinweg hat sich die Bevölkerung im Süden Ägyptens mit den schwarzafrikanischen Nachbarn vermischt. Durch den Bau des Nasser Staudamms wurde das Gebiet der Nubier überflutet. Heute leben Sie im Raum Kom Ombo und haben sich in den großen Städten Unterägyptens niedergelassen. Die Bräuche und Traditionen kann man besonders in Assuan erleben wo noch einige zehntausend Nubier leben. Sie haben dunklere Hautfarbe und sprechen eine selbst für Ägypter schwer verständliche Sprache.
KINDER IN ÄGYPTEN
Die Mehrheit der ägyptischen Bevölkerung sind Araber. Im Süden Ägyptens sind die Nubier ansässig. In der libyschen Wüste lebten einst Berberstämme, von denen heute jedoch nur noch wenige in der Oase Siwa eine Berbersprache sprechen, in den Wüsten östlich des Nils leben arabisch- und Bedscha-sprachige Nomaden. Ägyptens Bevölkerung wächst sehr schnell und stellt das ohnehin schon in seinen fruchtbaren Teilen sehr dicht besiedelte Land vor große Probleme. Im Jahre 1900 erreichte die Bevölkerung etwa 12,5 Millionen Einwohner, 2000 schon fast 68 Millionen. Für Kinder von 6 – 12 Jahren besteht Schulpflicht. Unter den Erwachsenen gibt es noch sehr viele Analphabeten. Wegen der stetigen Landflucht ist Wohnraum in der Stadt knapp. Oft teilt sich eine Großfamilie ein bis zwei Zimmer. Die Häuser in den ärmeren Vierteln haben häufig keinen Strom- und Wasseranschluss.
Der Schulbesuch ist kostenlos. Steigende Schülerzahlen führten dann zur Verkürzung der gesetzlichen Schulzeit auf fünf Jahre aus Mangel an Lehrpersonal und Räumlichkeiten. Da viele Schulgebäude in schlechten Zustand sind, wird oft in zwei bis drei Schichten unterrichtet. Viele Kinder verlassen aus finanziellen Gründen die Schule vorzeitig. Generell wird die Schulbildung von Mädchen für unwichtig gehalten. Kinderarbeit ist in Ägypten weit verbreitet, denn viele Familien sind auf den Verdienst ihrer Kinder angewiesen. Kinder mit Behinderung sowie ihre Familien gehören zu den Randgruppen, die stark benachteiligt werden. Nur 5 % der Menschen mit einer Behinderung haben Zugang zu Dienstleistungen und Hilfestellungen, meistens nur in den städtischen Gebieten. Behinderte Kinder bleiben in ihren Gemeinden unsichtbar, werden oft vernachlässigt und erleben Missbrauch. Straßenkinder zählen in Ägypten zur ärmsten Bevölkerungsschicht. Rund 200.000 Straßenkinder leben derzeit in Kairo – Tendenz steigend. Sie wurden von ihrer Familie enttäuscht, von der Bevölkerung verstoßen und von der ägyptischen Regierung als Straffällige verurteilt und stark ausgegrenzt. Und dies, obwohl Kinder in der ägyptischen Gesellschaft geschätzt und verehrt werden. Obwohl der ägyptische Präsident Mubarak dieses Jahrzehnt (2000-2010) zum zweiten Male zum Jahrzehnt des Kindes erklärt hat, müssen den Worten auch Taten folgen. Seitens der Regierung werden zaghafte Schritte im Kampf gegen die Ausweitung der Straßenkinderproblematik unternommen, wie beispielsweise die Gründung des *National Council for Motherhood and Childhood*. Dieses hat zur Verminderung der Kinderarbeit ein Familienprogramm ins Leben gerufen. Sozial schwachen Familien sollen Darlehen und Zuschüsse gewährt und arbeitenden Kindern eine Schulausbildung und Gesundheitsversorgung zugesichert werden.
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| Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 06. November 2010 um 12:04 Uhr |




